Nächster Hubschrauber im Einsatz bei riesigem Waldbrand in Ostthüringen

Saaldorf  Der Brand am Heinrichstein im Saale-Orla-Kreis ist am Dienstag erneut ausgebrochen. Neben Feuerwehrkräften aus dem Saale-Orla-Kreis sind auch Rettungskräfte und Technisches Hilfswerk aus Oberfranken im Einsatz.Seit dem Abend ist die Lage unter Kontrolle.

Seit Ostersonntag kämpfen hunderte Feuerwehrleute gegen einen Waldbrand am Heinrichstein bei Saaldorf im Saale-Orla-Kreis. Zweimal dachten die Kameraden, dass sie die Flammen unter Kontrolle gebracht hätten - und wurden eines Besseren belehrt.

Seit Ostersonntag kämpfen hunderte Feuerwehrleute gegen einen Waldbrand am Heinrichstein bei Saaldorf im Saale-Orla-Kreis. Zweimal dachten die Kameraden, dass sie die Flammen unter Kontrolle gebracht hätten - und wurden eines Besseren belehrt.

Foto: NEWS5 / Fricke

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Der seit zwei Tagen andauernde Großbrand am Heinrichstein bei Saaldorf im Saale-Orla-Kreis ist nach Einschätzung der Einsatzleitung derzeit unter Kontrolle, heißt es in einer Mitteilung des Landratsamtes gegen 20 Uhr. Erneut war das Feuer am Dienstag in einem Waldgebiet in steiler Hanglage am Heinrichstein in Richtung Saalburg/Zoppotener Bucht auf schätzungsweise bis zu 13 Hektar Fläche ausgebrochen. Aufgrund des starken Windes und der Thermik flammte der bereits gelöschte Brand an mehreren neuen Brandherden immer wieder auf. Die Löscharbeiten gestalten sich äußerst schwierig.

Löscharbeiten äußerst schwierig

Mehrere Feuerwehren aus dem Oberland des Saale-Orla-Kreises sind im Einsatz. Ebenso wurden Rettungskräfte und das Technische Hilfswerk aus Oberfranken angefordert. Auch ein Lösch-Hubschrauber aus Sachsen war im Einsatz. Es brennt ein Waldgebiet an steiler Hanglage am Heinrichstein in Richtung Saalburg/Zoppotener Bucht auf laut Landratsamt schätzungsweise 13 Hektar Fläche.

Katastrophen-Fall ausgerufen

Am Nachmittag rief das Landratsamt den Katastrophen-Fall aus: „Mit eigenen Kräften ist das Feuer am Steilhang bei Saaldorf nicht zu löschen. Ich habe deshalb heute um 15.35 Uhr den Katastrophenfall ausgerufen“, teilt Landrat Thomas Fügmann (CDU) mit. Ein Verwaltungsstab des Landratsamtes koordiniere seitdem die Löschmaßnahmen. „Es werden nun Einsatzkräfte und Mittel von außerdem des Saale-Orla-Kreises benötigt“, erklärte Klaus Mäder, Leiter des Fachdienstes Öffentliche Ordnung im Landratsamt. Die eigenen Einsatzkräfte, unter anderem der Feuerwehren aus Saalburg-Ebersdorf, Bad Lobenstein, Schleiz, Wurzbach, Hirschberg, Triptis, Tanna, Gefell, Blankenstein, Remptendorf, Dobareuth sowie aus dem benachbarten Oberfranken (Töpen, Lichtenberg, Selb) seien nach der langen Einsatzzeit teilweise erschöpft.

Weiterer Lösch-Hubschrauber-Einsatz - Kontakt zu Bundeswehr und Polizei

Die Einsatzleitung vor Ort steht in Kontakt mit überörtlichen Kräften von Polizei und Bundeswehr, teilte Landrat Fügmann mit. Einen weiteren Einsatz eines Löschhubschraubers gab es am Dienstagabend: Ein Löschhubschrauber der Polizeistaffel aus Würzburg traf gegen 19 Uhr ein und wird die Einsatzkräfte bis zum Eintreffen der Dunkelheit gegen 21 Uhr unterstützen. Das Technische Hilfswerk THW sorgt für die Beleuchtung der Einsatzstelle. Die Freiwilligen Feuerwehren werden auch über Nacht ständig die löschen und Brandwache halten.

Der Katastrophenfall wird ausgerufen, wenn durch ein außergewöhnliches Ereignis das Leben oder die Gesundheit vieler Menschen bzw. Sachwerte bedroht sind sowie eine zentrale Koordinierung von Einsatzkräften wie Feuerwehren, Technischem Hilfswerk und anderen Hilfsorganisationen erforderlich ist.

Fenster und Türen bei starker Rauchentwicklung schließen

Die Bevölkerung der Umgebung fordert das Landratsamt auf, bei starker Rauchentwicklung Fenster und Türen geschlossen zu halten. Menschen, Wohngebäude oder andere Gebäude seien derzeit jedoch nicht in Gefahr.

Höhenunterschiede von bis zu 100 Meter

Die Hanglage erschwert die Löscharbeiten erheblich: „Es gab Stellen, die weder von oben noch von unten erreicht werden konnten“, erklärte am Sonntag Kreisbrandinspektor Uwe Tiersch. Die Kameraden müssen teils Höhenunterschiede von über 100 Meter am Hang überwinden, Wasser gibt es nur aus der Saaletalsperre

Feuer am Ostersonntag zum ersten Mal ausgebrochen

Der Brand war am Ostersonntag ausgebrochenund hält seitdem die Feuerwehr auf Trab. Bereits am Ostermontag waren die Flammen wieder ausgebrochen, nachdem man gedacht hatte, das Feuer unter Kontrolle gehabt zu haben. Hunderte Feuerwehrleute waren seitdem im Einsatz.

Kripo ermittelt wegen Brandstiftung

Laut Polizei hätten Zeugen kurz vor dem Brand einen dumpfen Knall gehört. Es wurden vor Ort Reste eines Silvesterböllers gefunden. Daher ermittelt nun die Kriminalpolizei wegen Brandstiftung.

Unfälle am Osterwochenende in Thüringen: Drei Tote und mehrere Schwerverletzte

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