Polizei entdeckt Waffenarsenal in Zwickauer Wohnhaus

Die Polizei in Zwickau hat ein Waffenarsenal in der explodierten Wohnung der in Eisenach tot aufgefundenen Männer entdeckt. Die mutmaßlichen Mörder von Michele K. lebten offenbar von Banküberfällen.

Polizisten untersuchen am Mittwoch vor dem explodierten Haus in Zwickau die Trümmer auf Spuren. Foto: Sebastian Willnow/dapd

Foto: zgt

Zwickau. Die beiden in der vergangenen Woche tot aufgefundenen Männer in Eisenach haben offenbar noch weitaus mehr Banken überfallen als bislang angenommen. Die Staatsanwaltschaft und Polizei in Zwickau prüfen nach eigenen Angaben derzeit zwölf Banküberfälle, bei denen die 34 und 38 Jahre alten Männer als Täter infrage kommen. Neun davon wurden in Sachsen verübt, zwei in Anklam in Mecklenburg-Vorpommern.

Nach Angaben von Staatsanwältin Antje Dietsch ereigneten sich die bislang ungeklärten Überfälle im Zeitraum von 1999 und 2007. "Die Täter waren jeweils junge Männer, die anschließend mit Fahrrädern flüchteten", sagte Dietsch. Das Tatmuster gleiche sich mit der Vorgehensweise der Toten bei ihrem Raubzug in Eisenach in der vergangenen Woche. Zudem waren die Täter immer bewaffnet.

Am Mittwoch waren die Ermittler indes noch von drei Überfällen ausgegangen, die auf das Konto der mutmaßlichen Mörder der Heilbronner Polizistin Michele K. gingen. Indizien dafür waren Kleidungsstücke, die in der ausgebrannten Wohnung der Männer gefunden und die mit hoher Wahrscheinlichkeit bei den Banküberfällen getragen wurden. Bei diesen Raubzügen erbeuteten die Täter im Jahr 2001 rund 75.000 DM, ein Jahr später rund 48.000 Euro. Bei einem missglückten dritten Überfall in Eckersbach bei Zwickau im Jahr 2006 schossen sie einem 18-jährigen Bankangestellten in den Bauch und verletzten den Mann schwer.

Waffenarsenal in Zwickauer Wohnhaus

Die Staatsanwaltschaft rechnet damit, dass die Beiden auch noch für weitere Überfälle verantwortlich sind. "Wir schließen derzeit überhaupt nicht aus, dass es noch mehr werden", sagte Dietsch.

Sechs Tage nach dem Auffinden der Leichen der beiden Männer in einem Wohnwagen und der Hausexplosion in Zwickau hat die Polizei unterdessen ihre Suche nach weiteren Beweisstücken in dem zerstörten Gebäude fortgesetzt. Bei den Sucharbeiten am Mittwoch, an denen auch Beamte aus Baden-Württemberg teilnahmen, stießen die Ermittler in den Trümmern auf weitere Waffen, darunter eine Maschinenpistole. Insgesamt stellten die Beamten 11 Schusswaffen in der Wohnung sicher, in der das Trio seit dem Jahr 2008 untergetaucht war.

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