Radfahren in Erfurt wird gefährlicher

Erfurt  Die Zahl der Unfälle steigt um 20 Prozent. Ebenfalls deutlich gestiegen sind die Unfälle, in die Fußgänger verwickelt waren.

Symbolfoto: Daniel Volkmann

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Das Radfahren in Erfurt ist gefährlicher geworden. Das deutet zumindest die Jahres-Unfallstatistik der Erfurter Polizei an. Sie weist 354 Unfälle mit Fahrrad-Beteiligung für das Jahr 2018 aus – eine Zunahme von 20 Prozent gegenüber 2017.

Die Unfälle mit Verletzten stiegen um ein Drittel auf 261. Bei 43 Unfällen – 60 Prozent mehr als 2017 – waren Schwerverletzte zu beklagen. Knapp 30 Prozent aller im Straßenverkehr Verletzten waren Radler.

Die Hauptursache der deutlich größeren Unfallhäufigkeit sieht Matthias Polten, Abteilungsleiter Verkehr der Erfurter Polizei, in der zunehmenden Beliebtheit der nicht motorisierten Zweiräder. „Mehr Leute fahren mit dem Fahrrad, dadurch passieren mehr Unfälle“, sagt er. E-Bikes und Pedelecs spielten bislang in der Unfallstatistik kaum eine Rolle.

Allerdings zeigt die Statistik auch offenkundige Schwachstellen auf. Besonders viele Unfälle ereigneten sich im südlichen Abschnitt der Johannes­straße, in der Arnstädter Straße, auf dem südlichen Juri-Gagarin-Ring, besonders am Karl-Marx-Platz, in der Thälmann- und in der Liebknechtstraße sowie in der Michaelis- und in der Moritzstraße.

Auffällig: Der sanierte Abschnitt der Johannesstraße blieb nahezu unfallfrei. Auch der Radweg-Umbau in der Magdeburger Allee hat sich bewährt, obwohl die Allee insgesamt noch mehrere Unfälle verzeichnet. In der Arnstädter Straße soll bald ein Radweg gebaut werden.

Jeder zweite Unfall wurde von den Radfahrern selbst verursacht. Hauptursachen waren Alkohol am Lenker, zu hohes Tempo und Fehler beim Abbiegen.

Ebenfalls deutlich gestiegen sind die Unfälle, in die Fußgänger verwickelt waren. Im Schutzbereich der Erfurter Polizei, zu dem auch der Landkreis Sömmerda gehört, wurden 142 und damit 12 Prozent mehr Unfälle registriert als 2017. Ein Zusammenhang mit der Zunahme von Fahrrad-Unfällen sei nicht erkennbar, sagt Polten.

Im Gegensatz zu den Radlern sind Fußgänger eher selten selbst die Verursacher – nur bei jedem fünften Unfall. „Zumeist werden die Fußgänger von anderen Verkehrsteilnehmern beim Abbiegen oder Ausfahren übersehen“, sagt Matthias Polten.

42 Schwerverletzte waren bei diesen Unfällen zu beklagen. Ein Fußgänger starb.

Die Fälle sind über die Stadt verteilt. Ein Schwerpunkt zeichnet sich aber in der Arnstädter Straße zwischen Kaffeetrichter und Herderstraße ab, wo sechs Unfälle mit Fußgängern passierten. Die Unfallkommission habe bereits einen Vor-Ort-Termin absolviert, so Polten. Eine Erklärung stehe aber noch aus.

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