Razzia in Erfurt: Verdächtige stehen in Verbindung zu „schwerkriminellem Milieu“

Erfurt  Bei einer groß angelegten Razzia sind am Erfurter Domplatz mehrere Wohn- und Geschäftsräume durchsucht worden. Im Visier der Ermittler stehen vier Armenier.

Polizisten haben am Mittwoch mehrere Wohn- und Geschäftsräume am Erfurter Domplatz durchsucht.

Polizisten haben am Mittwoch mehrere Wohn- und Geschäftsräume am Erfurter Domplatz durchsucht.

Foto: Casjen Carl

Vier Armenier sollen sich bei ihrer Einreise in die Bundesrepublik vor 14 Jahren Aufenthaltstitel erschlichen haben. Das hat dem Landeskriminalamt und der Geraer Staatsanwaltschaft gestern Anlass für eine groß angelegte Razzia gegeben. Mehrere Wohn- und Geschäftsräume am Erfurter Domplatz wurden durchsucht.

Ein Sprecher der für Organisierte Kriminalität zuständigen Staatsanwaltschaft Gera bestätigte auf Anfrage, dass gegen vier Personen ermittelt werde. Über die Ergebnisse der Razzia könne gegenwärtig nichts gesagt werden, weil die Ermittlungen erst am Anfang stünden. Ermittelt wird wegen des Erschleichens von Aufenthaltstiteln. Falsche Angaben zur Identität bei der Einreise sind strafbar. Warum das erst 14 Jahre später aufgeflogen sein soll? Es müsse zunächst Anzeichen dafür geben, dass die Angaben der in Rede stehenden Personen nicht korrekt gewesen sein sollen, hieß es von der Behörde.

Gleichwohl sind die vier Personen, um die es geht, der Polizei bereits bekannt. Sie stünden in Verbindung zum „schwerkriminellen Milieu“, bestätigte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Details nannte er nicht. Die Ermittler stehen noch am Anfang ihrer Untersuchungen, müssen zunächst Zusammenhänge von Personen zu früheren Straftaten prüfen. Dass dabei die in Erfurt ansässigen italienischen und armenischen Mafia-Strukturen in den Blick rücken könnten, erscheint nicht ausgeschlossen.

Der MDR berichtete, dass es sich bei zwei der am Mittwoch in den Fokus geratenen Männer um Personen handelt, die zu den führenden Köpfen eines in Erfurt ansässigen Clans gehören sollen und in Verbindung mit der Schießerei vor einer Spielothek vor fünf Jahren in der Landeshauptstadt stehen sollen.

„Erfurter Gruppe“: Italienische Ermittler bestätigen Mafia-Aktivitäten in Thüringen und Sachsen

Kommentare sind für diesen Artikel deaktiviert.