Schlammlawine nach Unwetter – Zahlreiche Feuerwehren im Eichsfeld im Einsatz

Eichsfeld  In Weißenborn-Lüderode im Eichsfeld wurden bei einem Unwetter am Freitagabend Straßen und Häuser vom Schlamm geflutet und Autos zusammengeschoben. Ein Handyvideo zeigt das ganze Ausmaß.

Ein Gewitter mit Starkregen hat in Weißenborn-Lüderode zu einer Schlammlawine geführt.

Foto: Peter Polle

Nach einem schweren Gewitter mit Starkregen mussten am späten Freitagabend im Landkreis Eichsfeld zahlreiche Feuerwehren ausrücken. Am schlimmsten traf es Weißenborn-Lüderode, genau gesagt den Bereich „Am Gärtling“. Wasser , Schlamm und Geröll richteten dort erhebliche Schäden an. Laut Ortschaftsbürgermeister Peter Polle wurde die Feuerwehr um 22.52 Uhr alarmiert. Der heftige Regen, der nur rund 20 Minuten dauerte, löste eine rund zehn Meter breite Schlammlawine aus, die sich ihren Weg bahnte.

Vier vor einem Wohnblock geparkte Autos wurden durch die Wasser- und Schlammmassen zusammengeschoben, drei bis vier weitere Fahrzeuge zudem beschädigt. Zäune wurden fortgerissen. Das Wasser, das bis zu einem halben Meter hochstand, sei in Keller und Häuser geflossen, flutete samt Schlamm und Geröll Grundstücke und Straßenbereiche. Verletzte gab es glücklicherweise nicht.

Geburtshaus von Kaffeemaschinen-Erfinder betroffen

Besonders betroffen, so Peter Polle, sei die Mühle Redemann. Sie ist das Geburtshaus von Hermann Eicke, geboren 1837, der um 1880 die erste selbsttätige Kaffeemaschine erfand.

Bis gegen 3 Uhr waren rund 50 Feuerwehrleute aus Weißenborn-Lüderode, Bischofferode, Jützenbach und Zwinge im Einsatz. Gleich am Samstagmorgen gingen die Aufräum- und Säuberungsarbeiten weiter, sie dauerten den ganzen Tag über an. Bereits in der Nacht, so der stellvertretende Ortsbrandmeister Robert Wildemann, hatten es die Feuerwehrleute mit rund 18 Einsatzstellen im Dorf zu tun.

youtube

Mit vereinten Kräften gegen die Schlammmassen

Neben den Kameraden halfen auch die Nachbarn und Einwohner tatkräftig mit. Der Bauhof, ortsansässige Unternehmen sowie die Biogasanlage stellten Technik zur Verfügung. Bürgermeisterin Margit Ertmer schmierte am Morgen mit Ortschaftsratsmitgliedern und Helfern Brötchen, damit sich die Einsatzkräfte stärken konnten. Die Fleischerei hatte das Frühstück spendiert, der ansässige Getränkemarkt noch in der Nacht für erfrischende Getränke gesorgt. Und auch Ortschaftsbürgermeister Peter Polle fasste mit zu.

„2011 gab es in der gleichen Straße schon einmal solch ein Szenario“, erinnerte sich Robert Wildemann.

Schäden auch in Kirchgandern, Zwinge, Bischofferode und Burgwalde

Wie es von der Rettungsleitstelle hieß, liefen aufgrund des Unwetters auch in Kirchgandern mehrere Keller voll, gab es verschlammte Straßen. Ebenfalls von dem Starkregen betroffen, der für Schlamm und Wasser mitten im Ort sorgte, war Burgwalde. Bis Mitternacht, so Bürgermeister Rainer Lott, hatten die Kameraden mit den Reinigungsarbeiten zu tun, die von tatkräftigen Bürgern unterstützt wurden. Mancher Einwohner hier sei nach den letzten Wassermassen noch gut vorbereitet gewesen, hieß es.

In Zwinge, so Wehrleiter Tobias Bierwirth, stand das Wasser auf der Ortsdurchfahrt. Dort sei man aber schnell Herr der Lage gewesen. In Bischofferode war die Feuerwehr am späten Freitagabend ebenfalls im Einsatz. Laut Ortschaftsbürgermeister Karl-Josef Wand gab es Schlamm und Geröll auf der Holunger Straße. Da Einläufe verstopft waren, waren auch hier die schnellen Helfer gefragt. „Wir sind noch einmal glimpflich davon gekommen“, meinte er.

Zu den Kommentaren