Stromausfall, abgedeckte Dächer, Probleme im Nahverkehr: Sturmtief „Friederike“ wütet im Südharz

Nordhausen  Sturmtief „Friedericke“ hat im Südharz erhebliche Schäden verursacht. Die Feuerwehr ist im Dauereinsatz.

Bei einem Autohaus wurde das komplette Dach abgerissen und stürzt auf mehrere PkW.

Bei einem Autohaus wurde das komplette Dach abgerissen und stürzt auf mehrere PkW.

Foto: Peter Cott

Sturmtief Friedericke hinterlässt auch im Südharz seine Spur. Die Nordhäuser Berufsfeuerwehr ist seit etwa 13.30 Uhr im Dauereinsatz: Von einem Mehrfamilienhaus wurde ein mehrere Quadratmeter großes Teil des Dachs heruntergerissen. Der Wind fegte das Metall quer über die Bahnhofstraße Richtung Nordbrand, wo mehrere Wartende an der Straßenbahnhaltestelle nur knapp Verletzungen entgingen. Umgestürzte Bäume wie etwa in der Uferstraße, am Weinberg oder am Wohnheim für Behinderte in der Leimbacher Straße müssen zudem beiseite geräumt werden. Auch an der Rettungseinfahrt des Südharz-Klinikums soll es Probleme geben, hieß es von der Berufsfeuerwehr.

Das Sturmtief legte auch den Bus- und Straßenbahnverkehr im Landkreis teilweise lahm. Welche Linien aktuell bedient werden, konnte Stadtwerke-Sprecherin Franziska Bernsdorf nicht benennen: Mit „personeller Verstärkung“ mühe man sich derzeit, den Linienverkehr überall wieder in Gang zu bringen. Bei konkreten Fragen ist die Betriebsleitzentrale unter Tel. 03631 / 639-215 oder -216 erreichbar.

Laut Deutscher Bahn ist im Regionalverkehr auch die Linie Erfurt - Nordhausen von Ausfällen tangiert. „In Thüringen wird der Zugverkehr allmählich eingestellt. Die Züge fahren bis zum nächsten geeigneten Bahnhof und bleiben stehen. Die Einschränkungen werden voraussichtlich bis ca. 19 Uhr dauern“, heißt es vom Unternehmen.

Auch der Friedhof in Nordhausen wurde geschlossen.

Tausende Haushalte im Südharz hatten mehrere Stunden keinen Strom: Vor allem der nördliche Teil des Landkreises ist betroffen, erklärt Martin Schreiber vom Versorger Thüringer Energienetze. Ellrich mit seinen Ortsteilen, Neustadt, Ilfeld und Sophienhof seien vom Stromnetz abgeschnitten, ebenso die Gemeinde Hohenstein, Kehmstedt, Etzelsrode, Immenrode, Haferungen, Pützlingen, Kleinwechsungen, Buchholz und mehrere Orte in der Goldenen Aue wie Heringen, Auleben und Urbach. Umherfliegende Äste und Gegenstände wie Mülltonnen hätten Leitungen im Mittelspannungsnetz zerstört. Die TEN registrierte insgesamt 64 Störungen im Landkreis, arbeitete mit eigenen Mitarbeitern wie mit Dienstleistern mit Hochdruck daran, die Störungen zu beheben, so Schreiber. Das Sturmtief Friederike sei zwar nicht in seiner Dauer, wohl aber in seiner Intensität mit dem Orkan Kyrill zu vergleichen.

Die Nordhäuser Verkehrsbetriebe teilten mit, dass die Linie 23 fortan nur bis Ilfeld fährt. Grund seien umgestürzte Bäume auf der Strecke gen Benneckenstein, so Sprecherin Franziska Bernsdorf. Einige Orte wie Kleinfurra, Neustadt und Steigerthal würden wegen des Sturms nicht mehr von Bussen angefahren, andernorts komme es zu Verspätungen.

Die Deutsche Unwetterzentrale warnt vor extrem starkem Unwetter noch bis 18 Uhr in allen Höhenlagen des Landkreises, mit Orkanböen von bis zu 140 Stundenkilometern sei zu rechnen.

+++ Liveticker +++ Sturmtief „Friederike“ zieht über Thüringen – Warnung vor Orkanböen

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