Thüringer Feuerwehrmann bei Rettungseinsatz von Baum erschlagen: Panzer soll Schwerverletzten bergen

Bad Salzungen  Ein 28-Jähriger starb am Donnerstag im Wartburgkreis bei einem Rettungseinsatz aufgrund des Orkantiefs Friederike. Er wollte eine Frau befreien, die durch umgestürzte Bäume in ihrem Auto gefangen war, als ein weiterer Baum auf den Mann fiel. Ein 57-Jähriger wurde zudem schwer verletzt. Ein Panzer im Einsatz um den Schwerverletzten zu bergen.

Mit einem Panzer vom Typ Marder, der Bundeswehr sollen die Feuerwehrleute geborgen werden.

Mit einem Panzer vom Typ Marder, der Bundeswehr sollen die Feuerwehrleute geborgen werden.

Foto: NEWS5 / Ittig

Die Feuerwehr Bad Salzungen war wegen des Notfalls in ein Waldgebiet an der Landesstraße zwischen Bad Salzungen und Gräfen-Nitzendorf gerufen worden, teilte das Landratsamt mit. Dort war die Pkw-Fahrerin von umgestürzten Bäumen in ihrem Fahrzeug eingeschlossen worden. Während die Feuerwehr das Fahrzeug freischnitt, stürzte ein weiterer Baum um und erschlug den Feuerwehrmann. Ein 57-jähriger Helfer der Freiwilligen Feuerwehr Bad Salzungen wurde schwer verletzt.

Die Situation ist so gefährlich, dass die Betroffenen nach Aussagen der Polizei vor Ort noch nicht geborgen werden konnten. Daher war die Bundeswehr mit einem Panzer im Einsatz, um die Feuerwehrleute aus dem Waldstück zu holen. Es seien wegen des Orkantiefs „Friederike“ so viele Bäume umgestürzt, dass Feuerwehr und Polizei mit ihren Einsatzfahrzeugen nicht mehr vorwärts gekommen seien, sagte ein Sprecher des Landeskommandos der Bundeswehr. Deshalb habe das ergrenadierbataillon 391 dem Amtshilfeersuchen der Polizei stattgegeben. Ein Schützener des Typs Marder half, die Bäume zu bergen.

Die Polizei hat den Bereich weiträumig abgesperrt. Spezialisten des Kriseninterventionsteams kümmern sich um die betroffenen Feuerwehrleute.

Die Stadt teilte mit, dass eine geplante Neujahrsfeier für Freitag abgesagt wurde. Landrat Reinhard Krebs, der mit Bürgermeister Klaus Bohl die Freiwillige Feuerwehr in Bad Salzungen aufsuchte, ist tief betroffen: „Der ganze Wartburgkreis trauert! Meine Anteilnahme liegt bei den Angehörigen und den Kameraden. Der Wartburgkreis wird alles tun, um die Angehörigen zu unterstützen. In solchen Momenten merkt man, was am Ehrenamt alles dran hängt. Ich kann nur allen Kameraden danken, die trotz der Gefahren heute bei über 120 Einsätzen im ganzen Kreisgebiet aktiv waren“, heißt es in der Mitteilung. Der Innenminister hat seinen Besuch angekündigt.

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