Brückenbaupreis für restaurierte Schaukelbrücke im Ilmpark Weimar

Weimar  Jury würdigt die Instandsetzung als Paradebeispiel für den verantwortungsvollen Umgang mit dem baukulturellen Erbe

Die gelungene Instandsetzung der Schaukelbrücke im Ilmpark wird mit dem Deutschen Brückenbaupreis gewürdigt.

Die gelungene Instandsetzung der Schaukelbrücke im Ilmpark wird mit dem Deutschen Brückenbaupreis gewürdigt.

Foto: Klassik-Stiftung Weimar

Die instandgesetzte historische Schaukelbrücke im Weimarer Park an der Ilm ist neben der Bleichinselbrücke über den Neckar in Heilbronn Gewinnerin des am Montagabend in Dresden vergebenen Deutschen Brückenbaupreises 2018. Das teilte die Bundesingenieurkammer am Dienstag mit. Johann Philipp Jung, Direktor Schlösser, Gärten und Bauten der Klassik Stiftung Weimar, sowie Oliver Hahn vom Weimarer Ingenieurbüro für Bauwerkserhaltung nahmen die begehrte Preisskulptur für das historische Brückenbauwerk über die Ilm entgegen. Gefeiert wurden die Preisträger und ihre Teams von rund 1200 Gästen aus Fachwelt, Politik und Wirtschaft im Audimax der Technischen Universität Dresden. Gastgeber waren die Bundesingenieurkammer und der Verband Beratender Ingenieure, die seit 2006 alle zwei Jahre gemeinsam den Deutschen Brückenbaupreis für herausragende Bauingenieurleistungen vergeben.

Die Erhaltung der zu Goethes Zeiten gebauten Schaukelbrücke im Park an der Ilm ist laut Jury ein Paradebeispiel des verantwortungsvollen Umgangs mit dem baukulturellen Erbe. Diese Sanierung wird mit dem Deutschen Brückenbaupreis 2018 in der Kategorie „Fuß- und Radwegbrücken“ ausgezeichnet, weil die Ingenieure dabei mutig neue Wege jenseits standardisierter Pfade gewagt haben. Indem sie das historische Tragwerk in seine Elemente zerlegt, analysiert und experimentell begutachtet haben, sei es ihnen gelungen, das historische Original voll funktionsfähig und schaukelnd erlebbar zu erhalten. „Das Ergebnis ist keine neue Brücke im alten Gewand, sondern das weitgehend erhaltene und für die Zukunft gesicherte Original“, lobt die Jury.

Brücken vernetzen Menschen und Märkte. Sie seien Ausdruck der Kreativität und Innovationskraft von Bauingenieuren. Was in der Fachwelt kein Geheimnis sei, wisse jedoch in der die breiten Öffentlichkeit kaum jemand. Den Beitrag der Ingenieure zur Baukultur will deshalb der Wettbewerb um den Deutschen Brückenbaupreis würdigen.

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur hat den Deutschen Brückenbaupreis erneut gefördert und als Schirmherr unterstützt. Vor zwei Jahren waren die Preise nach Baden-Württemberg für die Kochertalbrücke bei Geislingen und nach Bayern für die Donaubrücke bei Deggendorf gegangen.