Die „Wilden Weiden“ im Alperstedter Ried sind eröffnet

Alperstedt  Der 1. Abschnitt der Flurbereinigung im Alperstedter Ried ist fertig

Dr. Heiko Korsch aus Jena erklärte die botanischen Bedeutung des Moores bei Alperstedt. Foto: Florian Dobenecker

Dr. Heiko Korsch aus Jena erklärte die botanischen Bedeutung des Moores bei Alperstedt. Foto: Florian Dobenecker

Foto: zgt

Es ist Vorsicht geboten, wenn man jetzt das Alperstedter Ried betritt. Daran sind nicht Landminen schuld, sondern vielmehr Tretminen. Mehrere Exmoor-Ponys und Wasserbüffel sind hier unterwegs als fester Bestandteil des Renaturierungsprogrammes, das am Donnerstag höchst offiziell in Alperstedt gefeiert wurde.

Die Stiftung Naturschutz Thüringen und die Teilnehmergemeinschaft Alperstedter Ried – in Abstimmung mit dem Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung Gotha – veranstalteten eine kleine Feierstunde mit allen beteiligten Akteuren, die geholfen haben, den 1. Bauabschnitt fertig zu stellen.

Laut Stiftung Naturschutz Thüringen wurden bisher etwa 3,5 Kilometer Wirtschaftswege ausgebaut, die komplette Fläche eingezäunt und ein Viehunterstand zur ganzjährigen naturnahen Beweidung mit robusten Rinder- und Pferderassen errichtet. Wasserbaumaßnahmen fanden statt, wie die Errichtung eines Absperrbauwerkes, das Entwässerungsgräben schließt und bewirkt, dass zum ersten Mal seit 50 Jahren Wasser nicht mehr aus dem Moor abgeleitet, sondern im Gebiet zurückgehalten wird, um den Moorkörper wieder zu vernässen.

Nicht zu vergessen die Exmoor-Ponys und Wasserbüffel, die bereits im Naturschutzgebiet weiden und in sechs Wochen Verstärkung durch zehn Taurus-Rinder bekommen.

In das Ried wurden bereits 840 000 Euro investiert

Damit sei der 1. Bauabschnitt des Wege- und Gewässerplanes Alperstedter Ried fertiggestellt. Insgesamt wurden bereits etwa 840 000 Euro in die Entwicklung dieser Region investiert, und es soll noch weiter gehen.

Denn mit der Veranstaltung wurde auch das Projekt „Wilde Weiden“ eröffnet, welches das Naturschutzgebiet dem Tourismus erschließen soll.

Am Donnerstag wurden schon einmal die ersten Möglichkeiten, den Menschen die Natur näher zu bringen, vorgestellt. So organisierte die Stiftung Naturschutz Thüringen Führungen, die über die Geschichte des Moores sowie des Projektes und dessen Wichtigkeit informierten.

Kutschfahrten wurden angeboten, auf welchen eine Führerin Aspekte des Naturschutzes erläuterte und ein Botaniker der Uni Jena bei einem Rundgang erörterte, warum das Moor für seltene Pflanzen von großer Bedeutung ist.

„Wie das jedoch in der näheren Zukunft weiter umgesetzt wird, wissen wir noch nicht genau. Führungen können vorerst bei der Stiftung Naturschutz Thüringen angefragt werden“, sagte Beate Schrader, die auf weitere große Pläne verweist: „Um das Kalkniedermoor den Touristen zugänglich zu machen, sollen noch ein Bohlen-Lehrpfad und eine Aussichtsplattform angelegt werden, sodass die Menschen erfahren können, warum das Projekt so wichtig ist.“

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