Eisenacher Villa Therese vorbildlich saniert

Eisenach  Das Haus Therese am Eichrodter Weg erhält Plakette vom Förderkreis zur Erhaltung Eisenachs.

Dass die Villa Therese in rund 120 Jahren Baugeschichte viel mitgemacht hat, sieht man ihr heute nicht mehr an.

Dass die Villa Therese in rund 120 Jahren Baugeschichte viel mitgemacht hat, sieht man ihr heute nicht mehr an.

Foto: Stefanie Krauß

„Eine prominente, weithin sichtbare Fassade“ hat das Haus, um das es am Sonntagmorgen ging. Nicht nur für Ingrid Pfeiffer gelangt die Auszeichnung an richtige Adresse. Es sollen damit Menschen geehrt werden, die sich um den unverfälschten Erhalt des Stadtbildes verdient gemacht haben, erklärt die Vorstandsvorsitzende des Förderkreises zur Erhaltung Eisenachs.

Leicht war das weder in der Vergangenheit noch heute. Mit der 1895 vollendeten Villa, zu der ursprünglich noch ein Turm gehörte, gedachte der einstige Bauherr seiner Tochter ein standesgemäßes Hochzeitsgeschenk zu präsentieren. Offenbar gefiel jedoch die neue Bleibe nicht recht und wechselte rasch den Besitzer. In den 1920er Jahren zum Mehrfamilienhaus umfunktioniert, waren es zunächst wohl nur drei Etagenwohnungen, zu DDR-Zeit doppelt so viele, denn Wohnraum war rar. Die Reparatur von Dachschäden, die der Krieg hinterlassen hatte, blieb das Einzige, was die sozialistischen Behörden dem Eigentümer genehmigten, derweil sich an vielen Stellen Altersschwäche bemerkbar machte und der Hausschwamm einzog.

Als Student habe er sich eben angeseilt, sei ohne Gerüst aufs Dach geklettert und habe Ziegel verlegt, erinnert sich Manfred Thiebe. So gut es in der Mangelwirtschaft ging, hielten seine Eltern und er die eigene Immobilie in Schuss, die Mietwohnungen nutzbar.

Die Generalüberholung folgte erst in der Wendezeit, auch sie phasenweise und dem Kontostand verpflichtet. Als das Geld alle war, habe er dann vieles selbst und allein gemacht, sagt Thiebe. Einmal sei er bei Fassadenarbeiten fast abgestürzt. Man kann gut nachvollziehen, dass ihn inmitten von Dreck und Spänen gelegentlich der Mut verließ. Die Vision vom fertigen Ergebnis richtete den Haus- und Bauherrn aber immer wieder auf. All die Kosten und Mühen der Jahrzehnte spiegeln sich im jetzigen Schmuckstück „Therese“ wider, dessen gelungene Sanierung zum Tag des offenen Denkmals 2018 ausdrücklich gewürdigt worden ist.

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