Erfurter Bauamt-„Desaster“: „Ganz offensichtlich geschlampt“

Erfurt  Die Opposition im Erfurter Stadtrat attackiert die Verwaltung wegen des Bauamt-„Desasters“. Das Rathaus verspricht trotz des Umzugs die Erreichbarkeit der Bauverwaltung.

Zufall? Die Anwohner der Martin-Andersen-Nexö-Straße hadern seit Jahren mit der Stadtverwaltung und dem Stadtrat und hängten gestern erneut Protestplakate auf. Sie fordern eine Verlegung der stark befahrenen Ortseingangsstraße an den Steigerrand. Foto: Marco Schmidt

Zufall? Die Anwohner der Martin-Andersen-Nexö-Straße hadern seit Jahren mit der Stadtverwaltung und dem Stadtrat und hängten gestern erneut Protestplakate auf. Sie fordern eine Verlegung der stark befahrenen Ortseingangsstraße an den Steigerrand. Foto: Marco Schmidt

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Mit Entsetzen und scharfer Kritik an der Stadtverwaltung reagierte am Montag die Opposition im Erfurter Stadtrat auf die Nachricht über den plötzlich anstehenden Auszug aus dem Verwaltungsstandort am Kaffee-trichter.

„Natürlich ist mit immensen Kosten zu rechnen“, meint Thomas Kemmerich (FDP/Bunte) und wirft dem zuständigen Dezernenten Alexander Hilge (SPD) vor, den Fall herunterzuspielen. „Der Finanzausschuss steht unter einem enormen Druck, gleich am Mittwoch entscheiden zu müssen.“ Er sei sehr gespannt, ob und welche Optionen die Mitglieder dann überhaupt haben. Zudem sei er der Meinung, dass Hilge „Ross und Reiter nennen müsse, wer die Schuld an dem Desaster“ trage.

Diese Zeitung hatte am Montag berichtet, dass am Kaffeetrichter wegen eines Fehlers beim Management des Mietvertrages bis Jahresende die Büros geräumt werden müssen.Es betrifft das Bauamt mit dem Bürgerservice Bau, das Amt für Stadtentwicklung und Stadtplanung sowie das Amt für Geoinformation und Bodenordnung.

„Der laufende Haushalt dürfte das Geld für einen Umzug und die Ertüchtigung des Ausweichgebäudes in der Warsbergstraße kaum enthalten“, sagt auch CDU-Fraktionschef Michael Panse. „Ohne die genaue Angabe der Höhe dieser Kosten ist die entsprechende Vorlage der Verwaltung nicht zustimmungsfähig“, droht er mit Konfrontationskurs in der Ausschusssitzung. „Des Weiteren muss in dem Zusammenhang die rechtliche Verantwortung für dieses erneute Desaster geklärt werden.“

Sorge um Arbeitsfähigkeit der Bauverwaltung

Der CDU-Politiker erinnert zudem an Fälle der jüngsten Vergangenheit, als die Stadt Mietangelegenheiten knallhart ausgelegt habe. „Beispielsweise beim Stadtgarten, der E-Burg, den Werbeverträgen, dem bisherigen Weihnachtsmarkt auf dem Wenigemarkt oder in der Kultur insgesamt. Bei eigenen Angelegenheiten wird jedoch ganz offensichtlich geschlampt.“

Thomas Kemmerich verweist ungeachtet dessen auch auf den Bürgerservice, der nun ja wohl über Wochen stark eingeschränkt sein werde.

Alexander Hilge, der zuständige Beigeordnete für Stadtentwicklung, Bau, Verkehr und Liegenschaften, erklärt ungeachtet der noch ausstehenden Entscheidung des Finanzausschusses: „Die Vorbereitungen für den Umzug laufen unter Hochdruck.“ Sobald eine konkrete Umzugsplanung stehe, werde die Stadtverwaltung über die Erreichbarkeit und Öffnungszeiten informieren. Alle für die Öffentlichkeit relevanten Bereiche würden auch während der Umzugsphase erreichbar sein.

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