Feuerwehrleute werden auch per Handy zum Einsatz gerufen

Südeichsfeld  Zusätzlicher Weg der Alarmierung für Einsatzkräfte im Südeichsfeld. Mobile Staustelle wurde übergeben

Die Feuerwehrleute Mario Mielke, Harald Höppner, Thomas Rühland und Erhard Hildebrand Foto: Alexander Volkmann

Die Feuerwehrleute Mario Mielke, Harald Höppner, Thomas Rühland und Erhard Hildebrand Foto: Alexander Volkmann

Foto: zgt

Gerade in Ortschaften, die verwinkelt im Tal liegen, ist es nicht ungewöhnlich, dass der Ruf der Feuerwehr-Sirene nicht bis in den letzten Winkel schallt. Dazu kommt, dass moderne Fenster den Schall immer besser dämmen.

Was auf der einen Seite für einen ruhigen Schlaf sorgt, kann zu einem Problem bei der Alarmierung von Feuerwehrleuten werden. Schließlich sind auch nicht alle Einsatzkräfte mit einem sogenannten Piepser ausgerüstet. Im Südeichsfeld geht man jetzt einen neuen Weg, um die Feuerwehrleute zu alarmieren. Dort werden die Kameraden künftig über das Handy alarmiert. Im Display erscheint eine Nachricht, die dazu auffordert, umgehend zum Gerätehaus zu kommen.

Auch Rinnsale zur Wasserversorgung

Im Ernstfall löst die Leitstelle des Landkreises wie gewöhnlich die Sirene im Ort sowie die Piepser aus. Parallel dazu empfängt ein Gerät, das sich im Gebäude der Gemeindeverwaltung in Diedorf befindet, das Signal und sendet Nachrichten an die Handys der Feuerwehrleute. Die Alarmierung per Mobiltelefon ersetzt nicht die Sirene, sagt Ortsbrandmeister Harald Höppner, sichert aber ab, dass mehr Feuerwehrleute im Bedarfsfall erreicht werden können. Dabei kann jeder Mann über eine App seine Alarmierung individuell einrichten: Vibration, Lichtsignal, Klingelton.

Auch andere Gemeinden wie Unstruttal setzen bereits auf die zusätzliche Alarmierung per Handy, hieß es vom dortigen Ortsbrandmeister Michael Hartung. Seit 2007 funktioniere das System problemlos in den Feuerwehren.

Eine weitere Neuheit, zumindest innerhalb der Landgemeinde Südeichsfeld, gibt es mit der Anschaffung einer sogenannten mobilen Staustelle "Biber". Die Versorgung mit Löschwasser bei großen Bränden stelle die Einsatzkräfte immer wieder vor Probleme, da das Trinkwassernetz für einen so großen Bedarf nicht ausgelegt sei, hieß es.

So könne mit Hilfe des neuen Systems ein Bachlauf zügig angestaut werden, um dem Saugkorb genügend Tiefe zur Verfügung zu stellen. Die mobile Staustelle wurde von Feuerwehrleuten in Südthüringen entwickelt und patentiert. Bei einer Veranstaltung der Sparkassenversicherung hatte Südeichsfeld-Bürgermeister Andreas Henning (CDU) an einer Verlosung teilgenommen und den "Biber" im Wert von 800 Euro gewonnen. Niko Bernhardt, bei der Sparkassenversicherung zuständig für die Feuerwehrförderung übergab am Mittwochabend den Gewinn. Er sieht das Geschenk auch als Mittel zur "aktiven Schadenverhütung". Deshalb könnten Mitglieds-Gemeinden im kommenden Jahr auch mit einer 80-prozentigen Förderung bei der Anschaffung der mobilen Staustelle rechnen, sagte er.

Dass das System bei den Feuerwehrleuten in Lengenfeld unterm Stein stationiert ist, hat den Hintergrund, dass hier der Fluss Frieda stellenweise relativ wenig Wasser führt. Außerdem sei die Lengenfelder Wehr unterstützend in Hildebrandshausen und Faulungen aktiv, wo ebenfalls nur Rinnsale als natürliche Wasserquelle zur Verfügung stehen.

30 Aktive gibt es in der Lengenfelder Feuerwehr. Wegen des Krankenhauses und des Gymnasiums nimmt sie einen besonderen Stellenwert ein.

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