Fürstenhof-Eigentümer stellt der Stadt Eisenach ein Ultimatum

Eisenach  Eisenach. Der Clinch um das ehemalige Hotel „Fürstenhof“ in Eisenach geht weiter. Die millionenschweren Verkaufspläne des Eigentümers sind vorerst gescheitert.

Vom Glanz des einst prächtigen Hotels "Fürstenhof" ist nicht viel übrig geblieben. Foto: Norman Meißner

Vom Glanz des einst prächtigen Hotels "Fürstenhof" ist nicht viel übrig geblieben. Foto: Norman Meißner

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"Das grenzt an Arbeitsverweigerung", macht Thomas Cannon gegenüber unserer Zeitung keinen Hehl aus seiner Meinung über Eisenachs Bürgermeister Uwe Möller und große Teile des Baudezernats. Allerdings stößt das Agieren des "Fürstenhof"-Eigentümers im Bauamt auch auf wenig Gegenliebe.

In einem Brief greift nun Cannon vor allem den zuständigen Dezernenten Möller und die Bauverwaltung heftig an. Er beklagt sich, dass ein geplanter Grundstücksverkauf nicht geklappt hatte, weil angeblich die Stadt ihre Zusagen nicht eingehalten habe.

Cannon gehört das Grundstück des Fürstenhofes, an den viele Eisenacher Erinnerungen an Bälle und andere Feiern haben. Seit mehreren Jahren herrscht Stillstand, verfällt das als Ensemble unter Denkmalschutz stehende Anwesen.

Vor zwei Jahren war Bewegung in die Sache gekommen. Die Stadt hatte das Grundstück unter die Ausdehnung eines Sanierungsgebietes genommen, um größere Fördermöglichkeiten für den Erhalt zu sichern. Den von Cannon beantragten Komplettabriss hatte die Stadt abgelehnt. Stattdessen sollte zumindest die Fassade der stadtbildprägenden Gebäude 1 und 2 (Bornemannsche Villa und das Gebäude daneben mit seiner aus Verwaltungssicht rettbaren Bausubstanz) erhalten bleiben.

Die Stadt hatte zudem angeboten, Mittel zur Notsicherung über die Denkmalpflege zu beantragen sowie auch bei der Beantragung weiterer Mittel aus dem Denkmalschutz für die durch den Erhalt und Sanierung zusätzlich entstehenden Kosten zu helfen. Da hatte Cannon ein Projekt vorgestellt, wobei die übrigen Gebäude abgerissen würden und stattdessen vier Stadtvillen entstehen sollten.

Ende des Jahres 2016 hatte er aber einen Verkaufsvertrag mit einer anderen Firma abgeschlossen. Darin enthalten war auch der Passus, dass "dem Käufer für die Sicherung der Gebäude keine Kosten entstehen und nur die Fassaden der Gebäude 1 und 2 erhalten werden müssten". Da die Stadt diese Zusicherung nicht geben konnte, machte der Käufer von seinem Rücktrittsrecht Gebrauch.

Cannon hatte das Grundstück vor Jahren für rund 35 000 Euro bei einer Auktion erstanden, sein jetziger Verkaufspreis habe bei "mehreren Millionen Euro gelegen", sagt Cannon auf Anfrage. Dafür erhalte der Käufer aber nicht nur das Grundstück, sondern dazu das komplette Neubauprojekt. "Es geht um 3800 Quadratmeter Neubaufläche mit Wartburg-Blick". Zudem habe er in den Jahren zuvor Geld in das Anwesen gesteckt. Es zweifelt aber nicht nur die Bauverwaltung, auch der Förderkreis zur Erhaltung Eisenach daran, dass das, angesichts des Zustandes der Gebäude, viel Geld gewesen sein könne.

Er, so Cannon, habe, nachdem der Verkauf geplatzt gewesen sei, sofort versucht, einen Termin bei Bürgermeister Möller zu bekommen. Da habe aber kein Weg reingeführt. "Das ist angesichts der von der Stadt immer vermittelten Wichtigkeit des Projekts völlig unverständlich", klagt Cannon. Er, der nur den Komplett-Abriss für sinnvoll hält, droht nun rechtliche Schritte und eine Schadensersatzforderung in zweistelliger Millionenhöhe an.

Dem sieht die Stadt mit Gelassenheit entgegen. Man habe ein Projekt erarbeitet, um die Notsicherung an dem zu erhaltenden Gebäude ausführen zu lassen und dafür schon die nötigen 209 000 Euro Fördermittel bewilligt bekommen, so Amtsleiter und Jurist Arno Minas. "Das kann sofort losgehen, sobald Herr Cannon den entsprechenden Vertrag unterzeichnet hat."

Diesen wolle man, nachdem nun klar sei, dass Cannon weiter Eigentümer ist, noch einmal zusenden. Mit dem Vertrag versichert der Eigentümer, dass er die Planungen für die Notsicherung mitträgt. Er, entgegnet Cannon, habe seine Änderungen an diesem Vertrag der Bauverwaltung übermittelt, "und nichts wieder gehört". Dezernent Möller weist die Kritik zurück: "Meine Tür stand und steht immer offen".

Dann, so Minas zum weiteren Verfahren, müsse Cannon eine konkrete Planung mit allen Kostenberechnungen für die tatsächliche Sanierung samt Neubau für die Gebäude 1 und 2 vorlegen. Minas: "Erst wenn wir diese Zahlen haben, können wir auch beim Denkmalschutz konkrete Mittel für die nicht rentierlichen Kosten dabei vorstellig werden." Mehr an Förderung werde es sicherlich nicht geben. Die Stadt brauche aber diese Sicherheiten in Form von Vertrag und konkreten Planungen mit Kostenberechnungen. Minas: "Wir reden von viel Steuergeld".

Da gibt es also viel Gesprächsbedarf. Cannons Ultimatum, zu dem die Stadt ihre schriftlichen Zusagen vorlegen soll, läuft heute ab. Die wird er aber nicht bekommen. Fortsetzung folgt.