Gedanklich kam die Befreiung erst nach 1990

Weimar  Ehemalige Häftlinge und Hinterbliebene des sowjetischen Speziallager Nr. 2 gedachten auf dem Ettersberg der Opfer

Auf dem Trauerplatz für die Opfer des Speziallagers Nr. 2 beschlossen Überlebende und Hinterbliebene bei strömendem Regen ihre Gedenkveranstaltung. Foto: Peter Hansen

Auf dem Trauerplatz für die Opfer des Speziallagers Nr. 2 beschlossen Überlebende und Hinterbliebene bei strömendem Regen ihre Gedenkveranstaltung. Foto: Peter Hansen

Foto: zgt

Mit dem 25. Buchenwaldtreffen hat die Initiativgruppe Buchenwald 1945 – 1950 am Samstag an die Opfer des sowjetischen Speziallager Nr. 2 erinnert. Rund 50 betagte Überlebende des stalinistischen Terrors sowie Angehörige nahmen daran mit Interessierten im Kinosaal der Gedenkstätte Buchenwald teil. Bei den ersten Treffen konnten noch 300 Mitglieder kommen, erinnerte sich die Weimarerin Heidrun Brauer, seit Anbeginn deren Vorsitzende. „Diejenigen, die heute noch leben, waren damals gerade einmal 15 Jahre alt“, sagte sie.

Erinnerung, das Gedenken und der Austausch untereinander stehen für Opfer und Hinterbliebene im Zentrum, wenn sie in Buchenwald sowie einmal im Jahr allein die ehemaligen Häftlinge in Brotterode zusammenkommen. Das habe sich zu einem Bedürfnis entwickelt, weil das vor 71 Jahren errichtete Lager zwar 1950 aufgelöst wurde. Da aber alle darüber auch gegenüber ihren Partner Stillschweigen bewahren mussten, sei die gedankliche Befreiung für die Häftlinge erst mit der Wende gekommen – als die Wahrheit über das Lager öffentlich wurde.

Nach zunächst heftigen Debatten über dessen geschichtliche Aufarbeitung sei die Initiative heute „zufrieden wegen des öffentlichen Interesses an den Schicksalen“, sagte Heidrun Brauer, deren Vater drei Jahre interniert war.

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