Apotheken im Südharz erleben Ansturm auf Einwegmasken

Nordhausen.  Die Abgabe von kleinen Mengen stößt bei vielen auf Unverständnis. Der Nachschub ist gesichert.

In vielen Apotheken lief der Verkauf der Masken keineswegs friedlich ab.

In vielen Apotheken lief der Verkauf der Masken keineswegs friedlich ab.

Foto: Arne Dedert / dpa

Chaotische Szenen haben sich am Donnerstag vor und in den Südharzer Apotheken abgespielt. Auslöser war der Verkaufsstart von Einwegmasken, die durch den Landkreis Nordhausen zur Verfügung gestellt wurden. Ab dem 14. April besteht im gesamten Kreisgebiet die Pflicht, einen einfachen Mund-Nasen-Schutz beim Einkaufen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln zu tragen. Die Masken werden in den Apotheken zum Selbstkostenpreis von 70 Cent pro Stück verkauft. Maximal sollen 50 pro Haushalt herausgegeben werden, wie das Landratsamt im Vorfeld ankündigte. Das sei vertraglich zwischen den Apotheken und dem Landkreis geregelt, teilt Kreissprecherin Jessica Piper mit. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog.

Doch diese Menge ging zum Verkaufsstart nicht über den Tresen, was bei vielen nicht gut ankam. „Wir wurden beschimpft“, berichtet Kathrin Göpffarth, Inhaberin der Apotheke am Nordhäuser Theater. Sie habe 5000 Masken geliefert bekommen und sich entschieden, pro Person nur zehn Stück herauszugeben. „Da kommen die Leute zehn Tage hin. Aber 50 Stück pro Haushalt ist zu viel“, so die Apothekerin.

Der Verkauf der Masken läuft nicht friedlich ab

Das sieht auch Eleonore Liebetrau von der Cranach-Apotheke in Nordhausen ähnlich. „Die Zahl ist völlig unrealistisch. Bei der Abgabemenge hätten wir nur wenigen helfen können“, sagt sie. Stattdessen händigen ihre Mitarbeiter nun jeder Person drei Masken aus. Die Nachfrage sei groß gewesen, so dass die vorhandenen 1000 Stück nach drei Stunden bereits ausverkauft waren.

Der Verkauf lief keineswegs friedlich ab. Eleonore Liebetrau erzählt von einer langen Warteschlange und davon, dass es fast eine Schlägerei unter den Wartenden gegeben hätte. „Die Situation beruhigte sich erst, als zufällig ein Polizeiauto vorbeifuhr“, so die Chefin. In der Nordhäuser Elisabeth-Apotheke verhielten sich die Leute den Mitarbeitern gegenüber aggressiv. „Viele forderten 50 Masken und verstanden nicht, warum sie die nicht bekommen“, schildert Mitarbeiter Christian Strauß.

Geordneter lief es in Ellrich ab. In der Stadt-Apotheke von Stefan Dreilich bekam jeder zwei Masken. So hält der Vorrat in den Augen des Apothekers länger. „Ich möchte jeden Einwohner, der eine Maske braucht, auch versorgen können“, meint er.

Wer befürchtet, nach Ostern keine Masken mehr in den Apotheken zu bekommen, den kann Landratsamtssprecherin Jessica Piper beruhigen: „Die Apotheken werden weiter beliefert. Es gibt auch nächste Woche welche zu kaufen.“