Bad Frankenhausen: Manniske-Krankenhaus bleibt erhalten

Kyffhäuserkreis  Kyffhäuserkreis und Ministerin Werner stehen hinter neuem Betreiber für DRK-Kliniken. KMG will sein Konzept für Bad Frankenhäuser Klinik vorstellen.

Heute soll ein neues Konzept für das Manniske-Krankenhaus in Bad Frankenhausen vorgestellt werden.

Heute soll ein neues Konzept für das Manniske-Krankenhaus in Bad Frankenhausen vorgestellt werden.

Foto: Dirk Bernkopf

Bad Frankenhausen behält ein Krankenhaus, und in der Sondershäuser Klinik werden auch in Zukunft weiterhin Kinder auf die Welt geholt. Beides habe der neue Betreiber der Krankenhäuser im Kyffhäuserkreis sowohl in Gesprächen als auch im Übernahmeangebot zugesichert, war jetzt von Landrätin Antje Hochwind-Schneider auf Nachfrage von Thüringer Allgemeine zu erfahren. „Aus Sicht des Landkreises haben die Gläubiger mit ihrem Entschluss, die Kliniken der insolventen Krankenhausgesellschaft vom Deutschen Roten Kreuz an die KMG-Klinikgesellschaft zu übertragen, dem besten Interessenten den Zuschlag gegeben“, schätzt sie ein.

Mit Erleichterung nahm Kerstin Göhring, die Vorsitzende des Betriebsrates des Manniske-Krankenhauses, die Nachricht auf, dass die Klinik in Bad Frankenhausen erhalten bleiben soll.

„Die Spannung bei den Mitarbeitern darüber, wie es hier weitergeht, war schon beinahe unerträglich. Gut, dass es jetzt endlich eine Entscheidung gibt, die für die Zukunft hoffen lässt“, erklärt sie.

Spätestens nachdem die Insolvenzverwalter ein Sanierungskonzept in Umlauf gebracht hatten, in dem vom Bad Frankenhäuser Krankenhaus nur eine Praxiszentrum mit ambulanter Versorgung übrig bleiben sollte, seien Verunsicherung und Frustration unter den Beschäftigten extrem angestiegen.

„KMG wird den Krankenhausstandort in Bad Frankenhausen erhalten“, versichert Franz Christian Meier, der Unternehmenssprecher von KMG, gestern auf Nachfrage. Wie es für sie weitergeht, sollen die Beschäftigten in Bad Frankenhausen an diesem Freitag bei einer Mitgliederversammlung erfahren, kündigt er an.

Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) begrüße es, dass mit der Übernahme die Zukunft der drei bisherigen DRK-Kliniken in Thüringen gesichert sei, teilt deren Sprecher Stefan Wogawa auf Anfrage mit. „Gleichwohl bedauert sie, dass es nicht zur kommunalen Trägerschaft gekommen ist, die sie favorisiert hat.“

Wogawa spielt damit auf den Plan vom Kyffhäuserkreis an, die drei Thüringer Kliniken – neben denen in Bad Frankenhausen auch die in Sömmerda – in eine kommunale Trägergesellschaft gemeinsam mit dem Südharz-Klinikum in Nordhausen zu übernehmen.

Ein erstes Angebot hatte der Landkreis sogar bereits eingereicht. Er zog sich dann aber aus der Bieterrunde zurück, als die Sachwalter der insolventen DRK-Gesellschaft darauf bestanden, deren vier Kliniken nur im Paket zu verkaufen. Für ein DRK-Krankenhaus im brandenburgischen Luckenwalde mitzubieten, kam für den Kyffhäuserkreis nicht infrage.

Gesundheitsministerin Werner halte die KMG-Kliniken aus Bad Wilsnack in Brandenburg für einen sehr geeigneten Partner für eine gute medizinische Versorgung in den Regionen, der den Standort Bad Frankenhausen erhalten wolle und die besonderen Anforderungen im ländlichen Raum im Blick habe, teilt Wogawa weiter mit.

Dass der neue Betreiber Erfahrung mit kleineren Kliniken in ländlichen Gebieten mitbringt, spricht auch aus Sicht der Landrätin dafür, dass eine stationäre medizinische Versorgung in Wohnortnähe für Menschen im Kyffhäuserkreis auf absehbare Zeit gesichert werden kann.

Trotzdem wolle der Landkreis nicht darauf verzichten, im Notfall das Ruder selbst in die Hand nehmen zu können. Schon jetzt werde mit KMG über eine Vereinbarung verhandelt, in der eine Rückfallklausel eingearbeitet ist. Diese sagt aus, dass die Klinik in Bad Frankenhausen an den Landkreis zurückfällt, wenn der Betreiber die medizinische Grundversorgung nicht gewährleisten kann. Das Recht dazu sei im Grundbuch verankert worden, als die Klinik ans DRK übergeben wurde, und müsse nun auf den neuen Betreiber übertragen werden.

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