Barmer: Impflücken könnten größer sein als bisher angenommen

Berlin  Jedes fünfte Kind unter den Barmer-Versicherten, das vor vier Jahren geboren wurde, war in den ersten beiden Lebensjahren nicht oder nur unvollständig gegen Masern geimpft.

Die Impflücken in Deutschland sind möglicherweise größer als bisher gedacht. Bei den Schulanfängern liegt die Impfquote bei allen 13 der wichtigsten Infektionskrankheiten unter 90 Prozent. Symbolfoto: Friso Gentsch/dpa

Die Impflücken in Deutschland sind möglicherweise größer als bisher gedacht. Bei den Schulanfängern liegt die Impfquote bei allen 13 der wichtigsten Infektionskrankheiten unter 90 Prozent. Symbolfoto: Friso Gentsch/dpa

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Nach einer Analyse der Krankenkasse Barmer könnten Impflücken in Deutschland größer sein als bisher gedacht. So war unter den Barmer-Versicherten mehr als jedes fünfte Kind, das 2015 geboren wurde, in den ersten beiden Lebensjahren nicht oder nur unvollständig gegen Masern geimpft. Die Durchimpfungsrate - also der Anteil der Kinder, die die zwei vorgesehenen Masernimpfungen bekommen hatten - lag lediglich bei 78,9 Prozent. Auch bei älteren Kindern lag die Quote bei Barmer-Versicherten unter 90 Prozent. Damit gebe es trotz steigender Impfquoten weiter deutliche Impflücken, teilte die Kasse mit.

Um die gesamte Bevölkerung zu schützen, müssen die Impfquoten bei Masern über 95 Prozent liegen. Nach den Daten der Schuleingangsuntersuchungen beim Robert Koch-Institut wird diese Quote bei der ersten Masernimpfung mit rund 97 Prozent erfüllt. Bei der zweiten Masernimpfung sind es fast 93 Prozent. Allerdings hatten rund neun Prozent der Schulanfänger keine Impfausweise. Ihr Impfstatus konnte nicht ermittelt werden. Das könnte auch die Differenz zu den Barmer-Zahlen erklären. Das RKI weist in Analysen selbst darauf hin, dass die von ihm angegebenen Impfquoten vermutlich etwas zu hoch sind.

Für ihre Analyse hat die Kasse den Impfstatus von mehr als 45.000 bei ihr versicherten Kinder aus Abrechnungen überprüft. Die detaillierten Ergebnisse des Impfquoten-Checks wollte die Kasse am Donnerstagvormittag in Berlin bei der Vorstellung ihres Arzneimittelreports präsentieren.

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