Corona in Thüringen: Immer mehr Kommunen rufen Bundeswehr

Erfurt.  Immer mehr Bundeswehrsoldaten unterstützen die zivilen Behörden bei der Eindämmung der Corona-Pandemie. Derzeit sind sie in Thüringen in acht Kommunen im Einsatz.

Sanitäterin Anne-Kathrin aus Bad Salzungen bereitet sich in der Abstrichstelle im Landratsamt Weimarer Land auf ihren Einsatz vor.

Sanitäterin Anne-Kathrin aus Bad Salzungen bereitet sich in der Abstrichstelle im Landratsamt Weimarer Land auf ihren Einsatz vor.

Foto: Sibylle Göbel

Immer mehr Thüringer Kommunen wenden sich mit der Bitte um Amtshilfe bei der Eindämmung der Corona-Pandemie an die Bundeswehr: Nach Angaben von Oberstleutnant Michael Weckbach, Sprecher des Landeskommandos Thüringen, gingen seit Mitte März 35 entsprechende Ersuchen ein – „und derzeit kommen fast täglich neue hinzu“. Alle aktuellen Infos im kostenfreien Corona-Liveblog.

Insgesamt 24 Einsätzen in Thüringen habe das Kommando Territoriale Aufgaben in Berlin bisher zugestimmt, 16 davon seien beendet, acht liefen noch. In sechs Fällen hätte die Unterstützung versagt werden müssen, weil entweder die eigenen Kräfte nicht ausreichten oder die Hilfeleistung nicht gerechtfertigt gewesen wäre. „Schließlich gibt es für den Einsatz der Bundeswehr im Inland hohe verfassungsrechtliche Hürden“, sagt Weckbach. Außerdem müsse eine Verwaltung, die Hilfe beantrage, tatsächlich personell am Limit sein und schon alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft haben. Drei Anträge seien auch zurückgezogen worden, bei weiteren zwei stehe die Entscheidung noch aus.

Einsatz vor allem in Corona-Hotspots

Zumeist würden die Soldaten in den Gesundheitsämtern bei der Kontaktnachverfolgung und Quarantäne-Kontrolle („helfende Hände“) sowie als Abstrichteams eingesetzt. Das war bisher beispielsweise in Gera, Greiz, Sonneberg und Suhl der Fall. In der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes in Suhl übernahm die Bundeswehr auch Hausmeistertätigkeiten.

Aktuell sind die Soldaten vor allem in den Corona-Hotspots tätig, so im Eichsfeld, in Gera, Jena und im Saale-Holzland-Kreis. Das Weimarer Land ist derzeit mit 40 Erkrankten und 347 Personen in Quarantäne zwar kein Hotspot mehr, dennoch wurde der ursprünglich bis zum 16. Oktober befristete Bundeswehr-Einsatz im Gesundheitsamt verlängert.

Oberstleutnant Weckbach rechnet damit, dass der Bedarf an Unterstützung durch die Bundeswehr in den nächsten Wochen noch steigt. „Dafür bleiben dann bei uns andere Dinge liegen.“ Die gegenseitige Rechts- und Amtshilfe sei im Artikel 35 des Grundgesetzes geregelt.

Das könnte Sie auch interessieren: