Eichsfelder sind beteiligt an Song zum Down-Syndrom-Tag

Heiligenstadt  Heiligenstädterin Alexandra Althaus gewährt Einblicke in den Alltag mit ihrem Sohn Johann. Sie machen mit am bundesweiten Song-Projekt „Du bist so!“.

Johann Althaus ist fünf Jahre alt und hat das Down-Syndrom. Er geht in den Integrativen Kindergarten „Schwalbennest“ in Heiligenstadt. Außerdem turnt er einmal in der Woche in Siemerode gemeinsam mit anderen Kindern. Der kleine Eichsfelder ist sehr agil, aufgeweckt und fit.  

Johann Althaus ist fünf Jahre alt und hat das Down-Syndrom. Er geht in den Integrativen Kindergarten „Schwalbennest“ in Heiligenstadt. Außerdem turnt er einmal in der Woche in Siemerode gemeinsam mit anderen Kindern. Der kleine Eichsfelder ist sehr agil, aufgeweckt und fit.  

Foto: Antonia Pfaff

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Er tobt durch die Sporthalle, krabbelt Bänke herauf, springt von Kästen herunter – Johann Althaus ist ein Junge wie jeder andere. Und trotzdem ist er besonders. Denn der fünfjährige Heiligenstädter hat das Down-Syndrom.

Er ist damit einer von weltweit etwa fünf Millionen Menschen mit Trisomie 21. Alle drei Minuten kommt ein Baby damit zur Welt, heißt es auf der Internetseite des Deutschen Down-Syndrom-Infocenters. Um auf diese aufmerksam zu machen, gibt es den Welt-Down-Syndrom-Tag – der ist heute. Anlässlich dieses Aktionstages gibt es ein bundesweites Projekt mit dem Inklusionssong „Du bist so“, bei dem auch Johann eine Rolle spielt.

Mama Alexandra Althaus ist stolz auf ihren Sohn. Sie schaut ihn an, und die Augen funkeln. „Ich würde den Johann immer wieder nehmen“, sagt sie. Festgestellt worden sei die Chromosomenstörung des Kindes erst sehr spät in der Schwangerschaft. „Es war ein Schock“, gibt sie ehrlich zu. Aber die Selbsthilfegruppe „Eltern von Kindern mit Down-Syndrom Eichsfeld und Nordthüringen“ habe ihnen Kraft gegeben und sie Mut schöpfen lassen.

Als Eltern begannen sie dann, sich intensiv mit der Trisomie 21 zu beschäftigen. Sie bedeutet: das 21.

Chromosomen ist drei Mal vorhanden, so dass eine Kombination aus geistiger Behinderung und körperlichen Fehlbildungen entsteht. Johann hatte einen Herzfehler, der operiert werden konnte. Der Kleine ist nun sehr fit und agil.

Mittlerweile würde der Junge auch langsam sprechen. Das sei sehr von Vorteil, meint die Mama. Denn es sei eine schwierige Zeit gewesen, als er sich noch nicht mitteilen konnte. „Das ist dann auch anstrengend“, gibt die junge Frau zu. Außerdem isst der Kleine auch schon selbst. Nur beim Toilettengang brauche der Fünfjährige noch ein wenig Assistenz.

Johann geht in den Integrativen Kindergarten „Schwalbennest“ in Heiligenstadt. Ebenso wie Ella. Die kleine Eichsfelderin ist sechs Jahre und hat ebenfalls Trisomie 21. „Die beiden sind wie ein altes Ehepaar“, lachen die Mütter beim Turnen in Siemerode, wo die beiden gemeinsam mit anderen Kindern Sport machen. Ella und Johann können nicht miteinander, aber auch nicht ohne einander. Die beiden toben und tollen im Kindergarten mit den anderen Sprösslingen und lernen von ihnen. „Johann schaut sich viel ab und will das auch versuchen und können.“ Natürlich würden sie auch umgekehrt von Johann lernen, denn er sei nicht nur sehr aufgeweckt, sondern auch herzlich und offen. „Er geht sofort auf fremde Menschen zu.“ Auch sie als Familie würden durch seine aufgeschlossene Art lernen.

Neben dem täglichen Gang zum Kindergarten muss der kleine Heiligenstädter zur Ergo- und Logotherapie. Diese Übungen macht die Familie auch mit ihm zu Hause, damit er sich immer weiter entwickelt. Wie es nach dem Kindergarten weitergeht, weiß die junge Mutter noch nicht. Wünschenswert wäre eine integrative Schule.

Allerdings gibt es eine solche im Eichsfeld bisher nicht. „Aber wir haben ja noch zwei Jahre Zeit, um uns zu entscheiden, wo Johann hingehen wird.“ Die Familie macht sich keinen Stress bezüglich der Zukunft. „Es gibt keinen Leistungsdruck. Das Wichtigste ist, dass er glücklich ist.“ Und trotzdem wünscht sich Alexandra Althaus für ihren Spross, dass er in die musisch/künstlerische Richtung gehen kann, vielleicht auch beruflich. Denn: „Johann ist ein kleiner Entertainer.“ Und Fasching ist für ihn die schönste Zeit im Jahr. „Wochen hinterher ruft er noch Helau.“ Und seine musikalische Ader konnte der Fünfjährige beim Projekt zum Welt-Down-Syndrom-Tag ausleben.

Auf eine private Elterninitiative hin und eine Anfrage bei der Band „KrAWAllo“ entsteht ein bundesweites Song- und Video-Projekt. Sieben Kindermusikbands und Einzelkünstler aus auch ganz Deutschland wirken beim Song „Du bist so“ mit. „Wir sind nach Nordrhein-Westfalen zum Videodreh gefahren“, erzählt Alexandra Althaus, die zur Organisationsgruppe zählt. Dort sei eine Diskothek gemietet worden, wo Kinder mit und ohne Down-Syndrom gemeinsam tanzten. Johann sei dort voll in seinem Element gewesen und habe viel Spaß gehabt, so die Mama. Ein Kamerateam begleitete das bunte Treiben. „Und das Ergebnis kann sich sehen lassen – sowohl der Song als auch das Video sind ein voller Erfolg“, berichtet die Eichsfelderin. Der Link zum Video: www.trisomie21.net/du-bist-so/

Und während Alexandra Althaus noch über den Dreh spricht, spurtet Johann wieder durch die Halle und zappelt zur laufenden Kindermusik.

Eltern können sich unter www.down-kind-eichsfeld.jimdo.com/ informieren und Kontakt aufbauen.

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