Greizer Landrätin will Lockerungen trotz hoher Infektionszahl

Greiz.  Der Landkreis Greiz hat deutschlandweit im Verhältnis zur Einwohnerzahl die höchste Zahl an Neuinfektionen. Trotzdem spricht sich Landrätin Martina Schweinsburg für Lockerungen aus.

Gastronomen in Greiz demonstrierten am 1. Mai für eine baldige Öffnung.

Gastronomen in Greiz demonstrierten am 1. Mai für eine baldige Öffnung.

Foto: Christian Freund

Trotz der hohen Zahlen von Coronavirus-Infektionen im Landkreis Greiz will Landrätin Martina Schweinsburg (CDU) in der kommenden Woche mit Lockerungen bei den Beschränkungen beginnen. «Einerseits ist es wichtig, die weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern, andererseits können wir unserer Wirtschaft, unserer Gastronomie keine weiteren Blockaden aufbürden», erklärte Schweinsburg am Donnerstag. Alle aktuellen Infos in unserem kostenlosen Liveblog.

Ziel sei es, das der Kreis sich soweit als möglich an der für nächste Woche angekündigten Thüringer Verordnung orientiere. «Denn es macht in meinen Augen wenig Sinn bei uns alles zu verbieten, was wenige Kilometer weiter möglich ist», so die CDU-Politikerin. «Um es klar zu sagen: Der Landkreis wird sich nicht in Quarantäne begeben», sagte sie einer Mitteilung zufolge. Der Krisenstab des Landkreises werde nächste Woche darüber beraten, ob und inwieweit im Landkreis Greiz besondere Maßnahmen zu ergreifen sind, um der aktuellen Situation gerecht zu werden.

Rund 88 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner

In Greiz lag bis Donnerstag die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche laut Landesregierung bei 87,6 (Stand 7. Mai, 10.00 Uhr). Damit war der Ostthüringer Landkreis bundesweit unter allen Kreisen und kreisfreien Städten der einzige, in dem der kritische Wert von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner überschritten wurde.

Diese Quote gilt nach einem Beschluss des Bundes und der Länder als Obergrenze, bei deren Überschreitung künftig strikte Beschränkungen zur Eindämmung der Pandemie vorgesehen sind.