Großeltern weiterhin lieber nicht umarmen

Erfurt.  Jenaer Infektiologe rät, trotz Lockerung des Kontaktverbots verantwortungsvoll und vorsichtig zu handeln.

Kinder und ihre Großeltern dürfen sich zwar theoretisch vom Mittwoch an wieder treffen, trotzdem sollen Großeltern auch weiterhin nicht bei der Betreuung von Kindern eingespannt werden (Symbolfoto).

Kinder und ihre Großeltern dürfen sich zwar theoretisch vom Mittwoch an wieder treffen, trotzdem sollen Großeltern auch weiterhin nicht bei der Betreuung von Kindern eingespannt werden (Symbolfoto).

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Großeltern und Enkelkinder, die nicht im selben Haushalt leben, dürfen sich zwar theoretisch vom morgigen Mittwoch an wieder treffen – vorausgesetzt, die strikte Kontaktbeschränkung wird wie angekündigt gelockert. Trotzdem legt das Thüringer Gesundheitsministerium Familien ans Herz, die Großeltern auch weiterhin nicht bei der Betreuung von Kindern einzuspannen. Die aktuellsten Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog

„Viele Großeltern gehören zur Risikogruppe und sollten nicht der Gefahr einer Infektion mit dem Coronavirus ausgesetzt werden“, sagt eine Sprecherin. Dem Ministerium sei bewusst, dass die vor acht Wochen erfolgte Schließung von Kindergärten und Schulen den Eltern viel abverlange. Dennoch sollte der Schutz weiter Vorrang haben.

Der Jenaer Infektiologe Mathias Pletz hält das persönliche Abwägen für nötiger denn je: „Verordnungen ersetzen nicht die persönlichen Verantwortung und den gesunden Menschenverstand. Ältere Menschen sind die gefährdetste Gruppe“, sagt Pletz. Bei Besuchen sollten sich alle sicher sein, gesund zu sein und keine Erkältungssymptome zu haben. Und: „Begrüßungsrituale mit Umarmungen und Küssen sollten besser unterbleiben.“

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