Junge Thüringer Eltern im Weihnachtsstress

Erfurt.  Besinnlich und gemütlich? Von wegen! In der Vorweihnachtszeit steigt vor allem bei jüngeren Menschen der Stresspegel.

Alles zu viel: Die zunehmende Belastung in der Arbeits- und Alltagswelt macht Stress zur Volkskrankheit.

Alles zu viel: Die zunehmende Belastung in der Arbeits- und Alltagswelt macht Stress zur Volkskrankheit.

Foto: Christin Klose / dpa

Stress macht krank – und er hat viele Ursachen. Ärger mit den Kindern, Haushalt, Papierkram, Überlastung im Job, finanzielle Engpässe, Konflikte mit dem Partner, schließlich zum Jahresende auch noch der Weihnachts-Wahnsinn – alles zu viel, vor allem für junge Eltern.

Nach Erkenntnissen KKH Kaufmännische Krankenkasse stehen fast 40 Prozent der Eltern sehr häufig bis häufig unter Druck. Schuld daran seien häufig hohe Ansprüche an sich selbst. Den Drang, als Eltern, Partner und im Beruf gleichermaßen perfekt sein zu müssen, empfindet die Hälfte der Mütter und Väter als belastend. Jeder Fünfte meint, dass der Druck aus der Gesellschaft kommt.

Fehlzeiten wegen psychischer Erkrankungen steigen

Die Krankenkasse ließ über 1000 Eltern von Kindern unter 18 Jahren befragen. Deren größte Stressfaktoren sind die Erziehung und Betreuung der Kinder (41 Prozent) sowie der Stress im Job (40 Prozent). Knapp ein Drittel überfordert der Haushalt. Familie, Haushalt und Beruf bekommen viele nicht unter einen Hut. Die Dauerbelastung hat Folgen: Laut KKH steigen die Fehlzeiten im Job aufgrund psychischer Erkrankungen stetig – von durchschnittlich 35,4 Tagen im Jahr 2015 auf 39,1 Tage im vergangenen Jahr. Ein Drittel der Befragten war wegen des hohen Drucks schon einmal niedergeschlagen oder sogar depressiv.

Tipp der Krankenkasse: Aufgaben gut organisieren

Zum Jahresende kommt der Weihnachts-Wahnsinn hinzu. Vor allem bei jüngeren Menschen steigt der Stresspegel. Stimmungskiller sind volle Innenstädte, Weihnachtsmärkte und Geschäfte, das nervt fast zwei Drittel der 18- bis 29-Jährigen. Bei der Generation 50 plus lassen sich nur knapp 40 Prozent vom Gedränge aus der Ruhe bringen. Auf Platz zwei steht bei den Jüngeren die Sorge, rechtzeitig die passenden Geschenke zu finden, gefolgt von der Flut an Weihnachtswünschen, die über soziale Netzwerke geteilt werden (29 Prozent) sowie der Erwartungshaltung an ein perfektes Fest (28 Prozent). Bei den 50- bis 70-Jährigen belasten dagegen nur rund jeden Sechsten schwere Gedanken um richtige Präsente und das perfekte Fest.

Damit der Stress nicht krank macht, empfiehlt die Kasse, unerlässliche Aufgaben gut zu organisieren und sich Zeit für Entspannung zu nehmen. „Schalten Sie einen Gang runter – auch digital! Niemand ist verpflichtet, beim weihnachtlichen Konsumstress mitzumachen“, rät Kassen-Berater Sebastian Schulz.

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