Neue Umfrage: Viele Impfungen werden während Corona-Krise abgesagt

Erfurt.  Die Risikowahrnehmung sinkt laut einer Studie der Universität Erfurt in der Corona-Krise leicht. Die Zustimmung für eine Maskenpflicht steigt jedoch.

Sollte es einen effektiven und sicheren Impfstoff gegen das Coronavirus geben, wären 79 Prozent der Deutschen bereit, sich impfen zu lassen. (Symbolbild)

Sollte es einen effektiven und sicheren Impfstoff gegen das Coronavirus geben, wären 79 Prozent der Deutschen bereit, sich impfen zu lassen. (Symbolbild)

Foto: Susann Grunert

Seit Ausbruch der Corona-Epidemie in Deutschland wurde nahezu ein Drittel der geplanten Impfungen vom Arzt oder den Patienten abgesagt. Das ergab die neueste wöchentliche Befragung für eine Studie der Universität Erfurt. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog.

Allerdings: Sollte es einen effektiven und sicheren Impfstoff gegen das Coronavirus geben, wären 79 Prozent der Deutschen bereit, sich impfen zu lassen. Noch höher ist die Bereitschaft bei Menschen, die stärker gefährdet sind, also bei Älteren, Männern oder jenen, die Infizierte im Umfeld haben.

Auch Personen mit einer hohen Risikowahrnehmung oder einer allgemein positiven Einstellung zum Impfen würden sich auch eher gegen das Coronavirus impfen lassen. Interessanter Befund der Umfrage: Wer im Gesundheitswesen arbeitet, zeigt sich weniger impfbereit.

Für die Studie werden seit Anfang März rund 1000 repräsentativ ausgewählte Menschen in der Bundesrepublik wöchentlich online befragt. Geleitet wird sie von der Erfurter Professorin für Gesundheitskommunikation Cornelia Betsch. Zu den Partnern gehören das Berliner Robert Koch-Institut oder das Yale Institut für Weltgesundheit in den USA.

Im Lauf der Befragungen zeigte sich, dass die Risikowahrnehmung der Bevölkerung zuerst stark stieg. Seit zwei Wochen nimmt sie jedoch wieder etwas ab. Auch die Zustimmung zu den Einschränkungen sinke leicht auf hohem Niveau, heißt es in dem aktuellen Bericht, der am Freitag veröffentlicht wurde.

Dazu passt auch eine andere Zahl: Nur 77 Prozent der Befragen bleiben zuhause, wenn sie krank seien – obwohl 93 Prozent angaben, zu wissen, dass man das tun sollte.

Auf der anderen Seite steigt laut Betsch der Anteil jener, welche die Einschränkungen stark ablehnen. Knapp 20 Prozent reagierten darauf mit Ärger bis Wut. Ein Viertel der Befragten gab an, bereits häufig oder immer Masken in der Öffentlichkeit zu tragen; das waren etwas weniger als in der Vorwoche. Auf 52 Prozent (plus sieben Punkte) gestiegen ist der Anteil jener, die eine Pflicht für Stoffmasken befürworten.

Alle Daten: https://projekte.uni-erfurt.de/cosmo2020/cosmo-analysis.html