Neuer Rekord beim Thüringer Giftnotruf

Erfurt  13.800 Anfragen erreichen allein im ersten Halbjahr 2019 das Giftinformationszentrum in Erfurt. Dort sitzen speziell geschulte Apotheker und Ärzte.

Knallig bunt sind Waschmittel für kleine Kinder eine gefährliche Verlockung.

Knallig bunt sind Waschmittel für kleine Kinder eine gefährliche Verlockung.

Foto: Britta Pedersen/dpa

Wenn Kinder Pflanzen anknabbern oder aus bunten Pads Waschmittel trinken, dann wissen sie Rat, die Experten des Giftnotrufs in Erfurt. Aber auch beim Biss einer Kreuzotter, einer unliebsamen Begegnung mit einem Petermännchen oder Quallen im Nordsee-Urlaub, helfen die speziell geschulten Apotheker und Ärzte seit 25 Jahren per Telefon.

  • Das Giftinformationszentrum erreichen Sie unter Tel.: 0361/730 730

Allein in den ersten sechs Monaten dieses Jahres erreichten das gemeinsame Giftinformationszentrum der Länder Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen 13.800 Nachfragen. Im Vorjahr waren es mehr als 27.000 Beratungen. Ein neuer Rekord, wie die kommissarische Leiterin Dagmar Prasa sagt. Knapp die Hälfte der Anrufer sind Kliniken, die Patienten mit Vergiftungen behandeln müssen. Etwas mehr als ein Drittel sind Privatpersonen, häufig auch besorgte Eltern, deren Kinder etwas geschluckt haben, was sie nicht vertragen.

Die Chefin empfiehlt, beim Verdacht auf eine Vergiftung – sofern nicht schwere Symptome auftreten – zunächst einen Giftnotruf zu konsultieren, um unnötige Besuche beim Arzt oder gar in der Notaufnahme der Krankenhäuser zu vermeiden.

Gegründet wurde das Giftinformationszentrum Anfang 1994. Heute gehört es zum Helios-Klinikum in Erfurt. Hilfesuchende werden von vier Ärzten und fünf Apothekern beraten, die auf Gifte und deren Behandlung spezialisiert sind.

Zu den Kommentaren