Psychoreport 2019:Arbeitnehmer in Thüringen fehlen häufiger wegen psychischer Erkrankungen

Erfurt  Krankschreibungen wegen psychischer Erkrankungen haben sich seit 1997 verdreifacht.

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Foto: Marijan Murat/dpa

Arbeitnehmer in Thüringen fehlen im Schnitt mehr als zwei Tage wegen psychischer Erkrankungen. Das ist das Ergebnis des Psychoreportes 2019 der Krankenkasse DAK. Demnach kommen auf 100 Versicherte der Kasse 234 entsprechende Krankheitsstage. Im Bundesdurchschnitt ist der Wert noch höher. Deutschlandweit fehlte im vergangenen Jahr jeder 18. Arbeitnehmer wegen Problemen mit der Psyche. Ausgehend von den Daten der Versicherung waren somit hochgerechnet 2,2 Millionen Menschen betroffen.

Seit 1997 habe sich die Anzahl der Fehltage durch Depressionen oder Anpassungsstörungen mehr als verdreifacht. Am häufigsten fielen Beschäftigte mit der Diagnose Depression (über 90 Fehltage pro 100 Versicherte) aus. Besonders deutlich angestiegen sind in den letzten Jahren Krankschreibungen wegen Anpassungsstörungen (50/100). Dabei handelt es sich um Störungen des Gemütszustandes oder des Sozialverhaltens, meist infolge anhaltender belastender Lebensereignisse, Konflikte oder Probleme.

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Regionale Unterschiede gibt es in der Rangfolge der häufigsten Krankheitsarten. Bundesweit stehen psychische Probleme auf Platz 3, in Thüringen ist es Platz 4 – hinter Muskeln und Knochen, dem Atmungssystems sowie Verletzungen.

Wie zuvor schon andere Krankenkassen, diagnostiziert auch die DAK einen Wiederanstieg bei Burnouts. Während sich dadurch verursachte Fehltage in den Jahren zuvor halbiert hätten, seien die Diagnose 2018 wieder häufiger gestellt worden. Den Anstieg der Fehltage führt die Kasse auch auf den offeneren Umgang mit dem Thema zurück. „Im Arzt-Patienten-Gespräch sind psychische Probleme kein Tabu mehr“, sagte DAK-Vorstandschef Andreas Storm.

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