TA-Forum Gesundheit: Das Knie aus dem Koffer

Erfurt  Beim Auftakt der neuen Vortragsreihe des TA-Forums Gesundheit in Arnstadt geht es um künstliche Gelenke.

Maik Hoberg, Ärztlicher Direktor der Fachklinik für Orthopädie im Marienstift Arnstadt, mit individuell angepassten Schablonen aus dem 3-D-Drucker für ein künstliches Kniegelen

Maik Hoberg, Ärztlicher Direktor der Fachklinik für Orthopädie im Marienstift Arnstadt, mit individuell angepassten Schablonen aus dem 3-D-Drucker für ein künstliches Kniegelen

Foto: Ingo Glase

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Kann Hypnose die Narkose ersetzen? Braucht der OP-Roboter einen Aufpasser? Wie wichtig ist das Impfen für Babys – und für Senioren? Wie kann man Fußschmerzen behandeln, was kann die Ursache für die anhaltenden Schulterbeschwerden sein? Macht der Geist den Körper krank? Wie können chronische Schmerzen behandelt werden, was leistet – etwa nach Unfällen – die Plastische Chirurgie? Bei den Herbstsemestern des TA-Forums Gesundheit erklären Chef- und Oberärzte von zwölf Thüringer Krankenhäusern medizinische Themen leicht verständlich und beantworten nach den jeweiligen Vorträgen in der TA-Sprechstunde Fragen der Zuhörer. Der Eintritt zu den Vorträgen ist frei.

Den Auftakt macht Maik Hoberg, Ärztlicher Direktor der Fachklinik für Orthopädie im Marienstift Arnstadt. Unter dem Titel „Das künstliche Hüftgelenk – Was kann moderne Forschung leisten?“ stellt der Orthopäde eine neue Operationstechnik zum Einbau eines neuen Hüftgelenks vor – den sogenannten Würzburger Schnitt – und spricht über den Knie-Ersatz aus dem 3-D-Drucker.

„Künstliche Gelenke sind keine Frage des Alters“, versichert Maik Hoberg. „Der älteste Patient, der von mir zwei neue Hüft-Gelenke bekommen hat, war 104. Zu seinem 109. Geburtstag hat er mir eine Karte geschickt, er sei wieder sehr aktiv, gehe an einem Bächlein spazieren und habe eine enorme Lebensqualität gewonnen. Und auf die kommt es ja an.“

Der Würzburger Schnitt wird nicht wie bislang üblich an der Seite des Oberschenkels angesetzt, sondern vorn. „Der Schnitt ist nur noch ein Drittel so lang wie bisher, dadurch verläuft die Operation zügiger, man hat weniger Blutverlust, braucht weniger Narkosemittel.

Durch den schonenden Umgang mit den Muskeln haben die Patienten deutlich weniger Schmerzen und werden viel schneller wieder fit“, versichert der Operateur. „In vielen Reha-Kliniken werden die Patienten aus dem Marienstift mittlerweile in eigenen Gruppen betreut, weil sie nach wenigen Tagen wieder gut laufen können, bei den anderen Patienten dauert das Monate.“ Das hat sich herumgesprochen: „Wir bekommen Anfragen aus ganz Deutschland und Europa, haben Patienten aus dem Rheinland, aus Belgien und aus Spanien. Vor allem die schnelle Genesung begeistert die Menschen. Aber in erster Linie wollen wir für die Patienten aus Thüringen und dem Ilm-Kreis da sein.“

Ähnlich erfolgreich, wenn auch im kleineren Maßstab, ist das Kniegelenk aus dem 3-D-Drucker, das die Arnstädter für besonders aktive Patienten im Angebot haben. „Das sogenannte Sportlerknie wird individuell für jeden einzelnen Patienten hergestellt. Das defekte Gelenk wird per Computertomografie vermessen, die Herstellerfirma fertigt aus diesen Daten die entsprechenden Teile im 3-D-Drucker an. Dadurch passen alle benötigten Teile perfekt zueinander. Auch für komplizierte Operationen nach einem schweren Unfall sind diese individuellen Gelenke gut geeignet“, so Hoberg. Obwohl durch den hohen Aufwand noch die Ausnahme, häufen sich die Anfragen nach dem Sportlerknie. Denn die Vorteile sind groß: So schickte ein Patient fünf Monate nach der Operation der Klinik eine Ansichtskarte.

Vom Kilimandscharo.

Zwölf Termine beim TA-Forum Gesundheit:

Künstliche Gelenke, Schulterbeschwerden, Roboter und Hypnose im OP, Herzerkrankungen und Plastische Chirurgie – spannende Themen, die bei den Vorträgen des TA-Forums Gesundheit leicht verständlich erklärt werden. Danach beantworten die Mediziner in der TA-Sprechstunde die Fragen der Zuhörer. Zwölf Herbst-Termine sind geplant:

  • 3. September, 17 Uhr: Das künstliche Hüftgelenk – Was kann moderne Forschung leisten? Fachklinik für Orthopädie im Marienstift Arnstadt (Vortrag in der Rudolstädter Straße 30)
  • 11. September, 17 Uhr: Wenn der Alltag leiser wird – Hörstörungen und Therapiemöglichkeiten, Helios-Klinik Blankenhain (Vortrag im MVZ Weimar, Gropiusstraße 8)
  • 17. September, 17 Uhr:Vom Baby bis ins hohe Alter – wie wichtig ist Impfen? Helios-Klinikum Gotha
  • 24. September, 17 Uhr: Schulterbeschwerden, SRH Krankenhaus Friedrichroda
  • 1. Oktober, 17 Uhr: Wenn der Fuß schmerzt, SUH-Klinikum Weimar
  • 9. Oktober, 17 Uhr: Das Beckenvenensyndrom – Unentdeckte Ursache von Unterleibsschmerzen, Ilm-Kreis-Klinik Arnstadt
  • 15. Oktober, 17 Uhr: Mehr Lebensqualität trotz Herzerkrankung – dank moderner Therapien, Zentralklinik Bad Berka
  • 22. Oktober, 17 Uhr: Roboter-OP – Eingriffe künftig ohne Arzt? Katholisches Krankenhaus Erfurt
  • 23. Oktober, 17 Uhr:Möglichkeiten der Plastischen Chirurgie Südharz Klinikum Nordhausen
  • 12. November, 17 Uhr: Hypnose statt Narkose? Robert-Koch-Krankenhaus Apolda
  • 26. November, 17 Uhr: Ein Herz und eine Seele – Wie die Psyche unsere Herzgesundheit beeinflusst, Helios-Klinikum Erfurt
  • 3. Dezember, 17 Uhr: Schmerzbewältigung in der Multimodalen Schmerztherapie, Helios Klinik Bleicherode

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