Vorletzter in Deutschland: Forscherin mahnt Thüringens Bummelei beim Impfen gegen Corona an

Martin Debes
| Lesedauer: 2 Minuten
Lancet-Studie: Dritte Impfung nicht unbedingt notwendig

Lancet-Studie: Dritte Impfung nicht unbedingt notwendig

Der Start der Impfkampagne gegen das Coronavirus liegt nun einige Zeit zurück. Damit werden die Fragen zu Auffrischungs-bzw. Booster-Impfungen größer.

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Erfurt.  Forscherin Cornelia Betsch fordert noch mehr Impfangebote. Das Kabinett prüft unterdessen die 2G-Plus-Regel für Veranstaltungen, Kultureinrichtungen und Messen.

Die Bereitschaft der Ostdeutschen, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen, bleibt „signifikant“ niedriger als der Menschen in Westdeutschland. Das ist das Ergebnis der aktuellen Fragewelle der psychologischen Langzeitstudie der Universität Erfurt.

„Die ostdeutschen Befragten vertrauen den Impfstoffen weniger“, sagte Cornelia Betsch als Leiterin der Studie. „Sie halten die Impfung teilweise für überflüssig oder wollen sich im Zweifel eher auf andere verlassen.“ Die Professorin für Gesundheitskommunikation bekräftigte ihre Forderung nach mehr Angeboten mit niedriger Schwelle. Nötig seien noch intensivere Aufklärungskampagnen, mehr Impfbusse und die aktive Ansprache von Patienten durch ihre Ärzte. Die aktuelle Impfwoche, an der sich Thüringen beteiligt, sei ein weiterer Schritt in die richtige Richtung.

„Impfen keine politische Frage“

„Beim Impfen geht es ausschließlich um die Gesundheit, das ist für den Einzelnen keine politische Frage“, sagte Betsch. „Ich würde mir wünschen, dass die Menschen, die bisher zögern, dies ins Zentrum ihrer Entscheidung rücken.“

In Thüringen sind laut den jüngsten Zahlen 59,4 Prozent der Menschen vollständig geimpft. Nur Sachsen hat eine niedrigere Impfquote. Bundesweit sind es durchschnittlich 66,6 Prozent, alle ostdeutschen Länder liegen teils deutlich darunter.

2G-Regel in Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalt führte am Dienstag die 2G-Regel – Zugang nur für Genesene und Geimpfte – als Option für die Gastronomie und Veranstaltungen ein. Das Thüringer Kabinett verständigte sich am Dienstag darauf, bis kommende Woche die sogenannte 2G-plus-Regel zu prüfen. Sie erlaubt zusätzlich die Zulassung von getesteten Menschen, die sich aus medizinischen oder anderen Gründen nicht impfen lassen können.

Allerdings sollte diese Einschränkung nur für Kultureinrichtungen, Messen, Veranstaltungen und Tanzclubs gelten. Restaurants wären ausgenommen.

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