„Geteiltes Licht ist doppeltes Licht“ – wie beim Vorbild Sankt Martin

Weimar  Ökumenischer Martinstag der Weimarer Kirchgemeinden zieht Hunderte Kinder und Erwachsene in seinen Bann

Das Martinsspiel auf den Stufen der Herz-Jesu-Kirche. Foto: Maik Schuck

Das Martinsspiel auf den Stufen der Herz-Jesu-Kirche. Foto: Maik Schuck

Foto: zgt

Zu Hunderten strömen die Weimarer am Martinstag zur Herz-Jesu-Kirche. Erstmals wird das Martinsspiel nicht im Pfarrhof, sondern vor dem Kirchenportal aufgeführt. Seine Premiere erlebt dabei das von Cornelie Becker-Lamers geschriebene und vertonte Martinsspiel über die Traumerscheinung des Soldaten Martinus und seinen Entschluss, sich taufen zu lassen und Priester zu werden. Musikalisch begleiten Cornelie Becker-Lamers (Flöte) und Tochter Franziska (Sopran) das Spiel des Chores „Cäcilini“ um den Soldaten Martinus (Pauline Lamers).

„Der Heilige Martin ist uns ein Vorbild im Glauben“, hebt Pfarrer Horst Klemm hervor. „Öffnen wir unsere Augen, damit wir sehen, wo jemand in Not ist. Öffnen wir unsere Ohren und Herzen und Hände, für all jene, denen es nicht so gut geht“, appellieren Pfarrer Klemm und Pfarrerin Bettina Reinefeld-Wiegel in guter ökumenischer Tradition an die Menschen.

Hoch zu Ross führt Peter Melchert vom gleichnamigen Weimarer Reiterhof auf seinem Noriker-Wallach „Homer“ den Martinsumzug an. „Martin ritt durch Schnee und Wind / sein Ross, das trug ihn fort geschwind“, ertönt aus Hunderten Kehlen. Zwei Polizeifahrzeuge sichern den viele hundert Meter langen Laternenumzug ab, der sich durch Steubenstraße und Gropiusstraße, Schillerstraße, Kaufstraße bewegt, bevor er am Herderplatz von Pfarrer Sebastian Kircheis und Klängen des Posaunenchores der Kreuzkirche begrüßt wird. Auch die Geschichte, die den Kindern und ihren Erwachsenen dort von Pfarrer Klemm, Pfarrerin Reinefeld-Wiegel und Gemeindediakon Dirk Marschall erzählt wird, handelt vom Teilen und achtsamer Fürsorge für die Mitmenschen. „Wo einer abgibt, da wird es nicht dunkler, sondern heller, freundlicher und wärmer“, heißt es in der Parabel, in deren Zentrum zwei Kerzen stehen. „Geteiltes Licht ist doppeltes Licht“, erkennen diese. Auftakt für die Kollekte, deren Erlös für die Weimarer Tafel bestimmt ist. „Rund 2000 Erwachsene und 1000 Kinder sind bei der Tafel angemeldet“, führt Marco Modrow, Leiter der Weimarer Tafel, den Menschen vor Augen, wie willkommen jede einzelne Spende ist.

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