Glasklares Wasser im Schwimmbad war perfekt für U-Boot-Schau

Friedrichroda  Schiffsmodellsportler stellten zum 6. Mal in Friedrichroda Miniatur-Nachbauten nicht nur von Unterwasserbooten vor

Normalerweise planschen hier die Nichtschwimmer. Am Wochenende hingegen schipperten herrliche Schiffsmodelle durchs Becken. Die U-Boote tauchten sogar. Foto: Lutz Ebhardt

Foto: zgt

Das U-Boot wird zu Wasser gelassen, ein paar Meter bewegt es sich vorwärts, dann taucht es langsam ab. Die Zuschauer können es gut verfolgen, denn das Wasser im Schwimmbad Friedrichroda ist glasklar. „Das sind Voraussetzungen, über die sich die U-Bootfahrer freuen“, sagt Wolfgang Niebergall, „selbst wenn sie nur Modelle steuern.“

Doch diese sind von Groß bis Klein vertreten, repräsentieren die U-Bootflotten unterschiedlichster Länder. Im Sportbecken des Freibades begegnen sie sich friedlich, was bei den Originalen wohl schwerlich in dieser Form funktionieren würde.

Der Fantasie auch mal freien Lauf gelassen

Seit sechs Jahren schon geben sich Schiffsmodellsportler im Friedrichrodaer Bad ein Stelldichein. Schwimmmeister Peter Liebau ist davon begeistert. „Das findet immer vor der Saisoneröffnung statt und bringt Leben, sprich Besucher ins Bad.“ Die Stadt stellt Becken und Gelände zur Verfügung, für die Modellbootschau ist die Interessengemeinschaft Modellbau Erfurt verantwortlich.

Der Mann, der hier den Hut auf hat, heißt Wolfgang Nieber- gall. Auf die Frage, was die Erfurter nach Friedrichroda treibt, lächelt er und sagt: „Ein guter Grund ist, dass ich in Waltershausen geboren wurde.“ Die anderen, nicht minder guten Gründe, liegen in der Geschichte des Vereins, der enge Kontakte zu den Schiffsmodellbauern in Friemar pflegte. Dort wurde die Idee geboren, das Hobby in Schwimmbädern vorzustellen. So kam es zu ersten Kontakten mit Schwimmmeister Liebau. „Und nun sind wir schon das sechste Jahr in Folge hier zu Gast“, sagt Niebergall. Und Peter Liebau fügt hinzu: „Und das mit so vielen Schiffen wie noch nie zu vor.“

In der Tat, auf dem Wasser, in dem sonst Bahnen gezogen werden, tummelten sich naturgetreu nachgebaute Modelle: Kriegsschiffe und Frachter und Boote der Küstenwache. Aber auch Modelle, bei denen die Bastler ihrer Fantasie freien Lauf gelassen hatten, begeisterten die Zuschauer. Zu sehen war unter anderem ein Raddampfer der Konföderierten, bestückt mit Soldaten und Kanonen.

Besonderen Anklang fanden die Unterseeboote, deren größtes Exemplar stattliche 40 Kilogramm auf die Waage brachte. Die Modellbauer gehören dem Internationalen Modell-U-Boot-Verein Sonar an, dessen 300 Mitglieder über ganz Deutschland verteilt sind.

Ein Mitglied baut und lässt seine Modelle sogar in Australien zu Wasser. Dieses hatte allerdings die Reise nach Friedrichroda gescheut. Die anderen aber kamen aus dem Allgäu oder Hamburg zur Modellbootschau.

Mario Weide beispielsweise reiste aus Usingen im Taunus nach Friedrichroda, im Gepäck das Modell eines schwedischen U-Bootes. Als es den ersten Bausatz für U-Boots gab, konnte Weide nicht widerstehen. Seitdem hat ihn das Fieber gepackt. Acht Modelle von Unterwasserbooten hat er bislang gebaut. Was das bedeutet, wird klar, wenn man weiß, die Bauzeit für ein Modell liegt bei rund vier Jahren. Die Zeichnungen fürs Modell stellt Mario Weide mit einem CAD-Programm selbst her. Außer der Elektronik ist alles Handarbeit. „Da wird nichts mehr zugekauft.“

Ein russisches Unterseeboot im Modell hat Guido Bach aus Ratingen bei Düsseldorf mitgebracht. Es macht Probleme, deshalb muss er mit seinem Handwerkszeug ran. „Das ist normal und gehört zu unserem Hobby“, sagt er.

Am Mittwoch übrigens ist auch im Schwimmbad Friedrichroda Saisonstart. „Wie immer wird es bei uns zahlreiche Veranstaltungen über den Sommer geben“, verspricht Liebau.

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