Initiative Landschaftspflege in Weißensee fand die richtigen Partner

Weil das Thüringer Becken arm an Holz ist, sind Betreiber von Biomassekraftwerken für jeden Kubikmeter dankbar. Die Initiative Landschaftspflege zeigte jetzt, dass Scheiterhaufen nicht sein müssen. Der Rohstoff ist viel zu kostbar.

Partner: Andrea Fritsche lässt nicht nur das Vereinsheim am Gondelteich mit Holz heizen, in Heiko Raube fanden die Landschaftspfleger auch einen engagierten Mitstreiter. Foto: Ina Renke

Partner: Andrea Fritsche lässt nicht nur das Vereinsheim am Gondelteich mit Holz heizen, in Heiko Raube fanden die Landschaftspfleger auch einen engagierten Mitstreiter. Foto: Ina Renke

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Weißensee. Durch jahrelangen Wildwuchs, insbesondere bei Pflaume und Kirsche, war ein über einen Kilometer langer Gehölzstreifen an der Alten Poststraße so zugewuchert, dass nur die Axt Ordnung schaffen konnte. Fachgerecht angesetzt haben diese in Abstimmung mit der Initiative Landschaftspflege Weißensee die Mitarbeiter von Heiko Raube, der in Kleinbrembach einen Forstbetrieb hat. Partner bei dieser Aktion waren, so Jörg Ermrich vom Vereinsvorstand, die Untere Naturschutzbehörde bei der Kreisverwaltung und die örtliche Agrargenossenschaft, die für den Baum- und Strauchschnitt das Zwischenlager bot. "Auf diese Weise konnten wir erstmals ein Projekt der Landschaftspflege ohne Fördergelder realisieren", sagt Ermrich und Raube fügt hinzu: "Die Zahl meiner Mitarbeiter konnte ich in diesem Jahr von drei auf sieben erhöhen". Und schließlich seien auch die Jäger glücklich darüber, dass nur noch gesunde Bäume und Sträucher im Gehölzstreifen verblieben.

Der Erfolg ihres Einsatzes im Januar und Februar hat die Beteiligten ermutigt, über weitere Aktionen nachzudenken. "Es gibt so viel zu tun. Wenn wir einmal rum sind, könnten wir von vorn anfangen", erklärt Andrea Fritsche, Vorsitzende der Initiative Landschaftspflege. In den letzten Tagen und Wochen stand unter anderem der Schnitt der Kopfweiden auf dem Programm. Zwischen Weißensee und Kindelbrück stehen 5000 in der Flur. Für den Fortbestand der Kulturlandschaft ist der Schnitt der Bäume unablässig – wobei auch jede Menge Holz anfällt, dass nun zu Scheiterhaufen aufgetürmt wird. In der Brennzeit vom 29. März bis 11. April kommt ein Streichholz daran. Christian Enste, der dafür zuständig ist, dass die Biomasseheizkraftwerke in Alperstedt und im Industriegebiet Kölleda genug Futter bekommen, kann es nicht fassen.

"Die größte Menge unserer Brennstoffe kommt nicht aus dem Wald. Wir kaufen in Thüringen auf, was wir bekommen können, denn Energieholz ist knapp. Wir nehmen auch gern kleinere Mengen", sagt Enste, der allein für das Biomasseheizkraftwerk Alperstedt, dass eine der größten Gewächshausanlagen Deutschlands mit Wärme versorgt, jährlich Brennstoffe für 1,5 Millionen Euro einkauft. "Unsere Anlagen arbeiten völlig CO2-neutral, was wir einsetzen sind einzig Holzhackschnitzeln aus Thüringen." Bei der Initiative Landschaftspflege beflügelt eine solche Kombination von Ökologie und Ökonomie die Fantasie von Andrea Fritsche und Jörg Ermrich. Zumal sich der rote Faden weiterspinnen lässt. Optimal wäre es doch, wenn Holz in der Brennzeit (nicht nur dann) nicht nur kompostiert würde, so wie es der Landkreis anstrebt, sondern auch gesammelt, geschreddert und dann im Biomasse- Ofen genutzt würde.

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