Islamgegner aus Sondershausen fälschen die Thüringer Allgemeine

Kyffhäuserkreis. Im Kyffhäuserkreis wird mittlerweile zu extremeren Mitteln gegriffen, um Stimmung gegen Asylbewerber zu machen. Mit welchen Methoden böse Gerüchte über Flüchtlinge in Umlauf gebracht werden, sollen erfahren Sie im Text.

Dieses Bild einer gefälschten TA geht im Kyffhäuserkreis herum.

Dieses Bild einer gefälschten TA geht im Kyffhäuserkreis herum.

Foto: zgt

Einigen Leuten im Kyffhäuserkreis reicht es inzwischen nicht mehr nur, böse Gerüchte über Flüchtlinge in Umlauf zu bringen, über Keime im Wasser des Sondershäuser Bergbads, über vom Staat bezahlte Einkaufstouren für Flüchtlinge, über Belästigungen und Überfremdung sowieso.

Jetzt haben Unbekannte ein Gerücht ganz besonders greifbar in Umlauf gebracht und missbrauchen dabei bewusst den guten Ruf der Zeitung. Angst wollen sie schüren, indem sie eine Religion und ein Gotteshaus instrumentatliseren. Fakt ist, der angebliche Artikel aus der „Thüringer Allgemeine“ ist von vorn bis hinten eine schlecht gemachte Fälschung.

Der Zeitungskopf ist uralt. Seit Jahren steht er nicht mehr auf der Titelseite. Datum, Preis, Woche und Nummer sind nun auf grünem Grund. Das Datum auf der angeblichen Ausgabe verweist auf den 6. Oktober in der 8. Woche und zwar mit der 40. Ausgabe.

Richtig wäre allerdings die 41. Woche und die 232. Ausgabe. Der Preis, Sie werden es wissen, lieber Leser, liegt leider auch nicht mehr bei 90 Cent. Der Artikel nennt trotz der Wichtigkeit, die er mit seiner exponierten Lage auf der Titelseite der Ausgabe für sich in Anspruch nehmen möchte, keinen Autor. Ebenso wenig kommt die bei der TA verwendete Schriftart zum Einsatz.

Erhebliche Fehler in Inhalt und Form

Fehler gibt es auch in den angeführten Fakten – einmal ganz abgesehen vom „Stadtrad“ in der Überschrift – gibt es in Deutschland bereits seit den 1920er-Jahren Moscheen und zwar in mehr als bloß in drei Bundesländern.

Der Sondershäuser Stadtrat tagt selbstverständlich an einem Donnerstag und wieso er das Recht haben sollte, das Ergebnis eines Referendums zu verkünden, an dem offenbar kein Bürger beteiligt war, muss uns der Fälscher einmal erklären. Selten bis nie würden wir schreiben, dass Berka an der Wipper liegt. Dagegen ist das ein üblicher Hinweis für Berka an der Werra bei Eisenach.

Lassen Sie sich nicht verunsichern

Das sind nur einige Details, die es uns leicht machen, das Bild als Fälschung zu überführen. In Erklärungsnot wollte man uns dennoch bringen. Im Landratsamt liefen am Dienstag mehrere Anfragen auf, weshalb in Sondershausen eine Moschee gebaut würde, ob diese Berichterstattung stimme. Landrätin Antje Hochwind (SPD) zeigte sich über diese Fälschung genauso entsetzt wie wir Redakteure.

Deshalb wiederholen wir an dieser Stelle: Das ist eine plumpe Fälschung. Lassen Sie sich nicht verunsichern.

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