Kanonenbahnverein nimmt offiziell Dingelstädter Bahnhof in Besitz

Lengenfeld unterm Stein  Ab 2017 wird das Gebäude umgebaut. Im Frühjahr beginnt endlich auch der Bau des Kanonenbahnradweges

Falk Wedekind (rechts) und Kanonenbahn-Vereinschef Frank Schröter (links) mit Bürgermeister Arnold Metz (2. von Links) und Architekt Ulrich Schröter bei der Übergabe des alten Bahnhofs Dingelstädt an den Verein. Foto: Jürgen Backhaus

Foto: zgt

Die "Kanonenbahn" und der ebenfalls motorgetriebene "Rasende Arnold" waren mit 30 Draisinen am Samstagnachmittag von Lengenfeld/Stein aus bis zum Bahnhof Dingelstädt gefahren, wo die Feier des diesjährigen "Draisinenabtriebs" begann. Musik gab es auch, da für die Feuerwehrkapelle Struth die zweite Elektrodraisine reserviert war.

Deren Namensgeber Arnold Metz, Dingelstädts Bürgermeister, war natürlich beim Höhepunkt des Tages dabei. Das war die Übergabe des alten Bahnhofsgebäudes vom Vorbesitzer Falk Wedekind an den Vorsitzenden des Kanonenbahnvereins, Frank Schröter, im Beisein von Architekt Ulrich Schröter. Nach dessen Plänen soll der Bahnhof ab kommendem Jahr so renoviert um umgebaut werden, dass er eine Gastronomie, ein kleines Kanonenbahn-Museum und eine Übernachtungsmöglichkeit mit 50 Betten beherbergen kann. Etwa zwei Jahre werde der Umbau dauern. Der Verein will dabei auch Eigenleistungen einbringen. Architekt Schröter hatte auch den Umbau des Bahnhofs Lengenfeld/Stein geplant.

Dieser Tag sei ein wichtiger Tag für den Tourismus im Eichsfeld und für die gesellschaftliche Struktur der Stadt Dingelstädt, sagte Frank Schröter. Auf insgesamt 25 Gleiskilometern betreibe der Verein nun den regulären Draisinenverkehr, nachdem mit der Wiedereinrichtung des Bahnübergangs kurz vor dem Bahnhof eine Lücke geschlossen werden konnte. Dass dies möglich wurde, dafür dankte Schröter der Stadt Dingelstädt, dem Landkreis Eichsfeld und dem Straßenbauamt Nordthüringen und allen anderen, die dabei mitgewirkt hatten.

Der Tourismus im Eichsfeld werde aber mit dem Kanonenbahn-Radweg, der ab kommendem Frühjahr neben dem Gleis gebaut werden wird, nochmals eine Ausweitung erfahren. Voraussichtlich Ende 2018 werde dessen Übergabe gefeiert werden können. Zunächst würden die Abschnitte Dingelstädt-Küllstedt und Lengenfeld-Geismar und dann der zwischen Lengenfeld und Küllstedt gebaut. Zwischen Dingelstädt und Küllstedt seien die Gehölze bereits entfernt, und das werde jetzt auch zwischen Lengenfeld und Küllstedt erfolgen, so Schröter.

Auch Arnold Metz freute sich über die positiven Entwicklungen und dankte Falk Wedekind, dass er den Bahnhof praktisch vor Immobilienhaien gerettet hatte. Der Unternehmer wollte in dem Gebäude eigentlich Betreutes Wohnen einrichten, was sich dann aber wegen des nahen Gewerbegebietes als nicht umsetzbar erwies.

Er hatte das Gebäude, das am Samstag auch besichtigt werden konnte, schon weitgehend entkernt. Wie Metz berichtete, hatte sich der Baubeginn für den Radweg verzögert weil beim Erwerb eines Grundstücks für den Naturschutzausgleich kurzfristig ein Problem aufgetreten war.

Zahlreiche Mitfeiernde setzten sich nach dem offiziellen Teil auf Fahrraddraisinen oder in die Elektrobahn und setzten sich in Richtung Lengenfeld in Bewegung. Für die Radler gab es aber vorab noch eine ausführliche Sicherheitsbelehrung. Dabei erfuhren sie, dass die Draisinen-Saison 2016 die erste ohne Personenschaden war.

Vor zwei Wochen war das Fernsehen nach Lengenfeld/Stein gekommen. Das ZDF drehte beim Kanonenbahnverein, und am vergangenen Wochenende wurde der Beitrag im "Länderspiegel" ausgestrahlt. Vereinsmitglieder und Freunde versammelten sich dann nach dem "Abtrieb" am Samstagnachmittag im Lengenfelder Güterschuppen, um den Beitrag zusammen zu verfolgen.

Bevor der Beitrag gesendet wurde, spielte draußen erneut die Struther Feuerwehrkapelle auf, als das letzte Fahrzeug in den Bahnhof einrollte.

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