Mobiles Mini-Haus auf Weimarer Uni-Dach könnte Chicago erobern

Weimar  Jakob Wirth und Alexander Sacharow präsentieren noch bis Sonntag auf dem Uni-Gelände „Bau.aufs.Haus“

Alexander Sacharow (links) und Jakob Wirth haben das Projekt „Bau.aufs.Haus“ erdacht und platzieren ihr Mini-Domizil auf Dächern oder Dachterrassen.

Alexander Sacharow (links) und Jakob Wirth haben das Projekt „Bau.aufs.Haus“ erdacht und platzieren ihr Mini-Domizil auf Dächern oder Dachterrassen.

Foto: Constanza Carvajal

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Zugegeben: Eine mobile Unterkunft von 1,5 mal 2,5 Metern mit etwas „Luft“ in den spitzen Winkeln ist kein Palast – in Zeiten von rarem und teurem Bauland und ebensolchen Wohnungen aber eine Alternative. Erst Recht, wenn der Bewohner sich als Stadtnomade sieht und gerne seinen Standort wechselt. Jakob Wirth und Alexander Sacharow haben diesen Ansatz auf die Spitze getrieben und mit „Bau.aufs.Haus“ eine Wohnidee konzipiert, die nur ein begehbares Dach als Standort benötigt und für unter 1000 Euro produziert werden könnte.

In einer Probephase steht das Projekt der beiden als architektonische Intervention, wie sie es nennen, auf dem Dach eines Pavillons auf dem Campusgelände der Bauhaus-Uni. Eigentlich sollte es bereits wieder abgebaut sein, aber Jakob Wirth konnte zur offiziellen Eröffnung verkünden, dass die Genehmigung um eine Woche verlängert worden ist. Somit können sich Interessierte die ausgefallene Idee, die Teil der studentischen Ausstellung zum Bauhaus heute im Schillermuseum ist, noch bis zum Sonntag ansehen. Und was daran ist Bauhaus? Das Projekt stehe für den von Hannes Meyer formulierten sozialen Anspruch des Bauhauses, Volksbedarf statt Luxusbedarf zu erfüllen.

„Die dreieckige Form ist dem Menschen angepasst“, sagt Jakob Wirth. Auf rund 3,75 Quadratmetern stehen ein Bett, in dem er die letzten Nächte gut verbracht hat, ein Tisch und eine Mini-Küche. „Für das Bad muss man woanders andocken“, sagt Jacob Wirth, der noch einen Vorteil kennt: Zu zweit lässt sich „Bau.aufs.Haus“ leicht auf- und abbauen sowie angesichts der Einzelteile unkompliziert durch Treppenhäuser transportieren. Für den Weg von A nach B ist ein Anhänger notwendig. Die Holzkonstruktion mit Außenverspiegelung für die urbane Tarnung wiegt 450 Kilogramm.

Als nächstes zieht Jacob Wirth nach Berlin um, wo er bereits ein Dach im Blick hat, das er bewohnen möchte. Auch für Dachterrassen sei „Bau.aufs.Haus“ bestens geeignet, sagt der Student, der die Grundidee von mobilen Unterkünften des Wohnprojektes „Blaue Blume“ in Friedrichshafen am Bodensee mitgebracht hat. Und vielleicht kommt das „Bau.aufs.Haus“ auch in Chicago groß (und hoch) heraus, wo Jakob Wirth ein Gastsemester absolvieren möchte.

bis Sonntag, 14. April, 15 bis 18 Uhr; Durchgang zw. Van-de-Velde-Bau & Studienberatung

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