Nach Besuch in Buchenwald: 14-Jährige spielen antisemitische Lieder

Grünberg.  Die Jugendlichen hatten ein früheres Konzentrationslager besucht, auf der Rückfahrt im Bus sollen sie dann antisemitische Lieder gehört haben.

Gedenkstätte Buchenwald.

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Foto: Michael Baar

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Weil auf der Rückfahrt von einem Besuch im ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald antisemitische Lieder abgespielt wurden, hat die Schulleitung der Theo-Koch-Schule im hessischen Grünberg Anzeige gegen drei Schüler erstattet.

Es werde wegen des Verdachts der Volksverhetzung gegen die 14-Jährigen ermittelt, sagte ein Polizeisprecher in Gießen am Montag. Die Schüler hatten den Angaben zufolge bereits am 15. Oktober auf dem Rückweg von dem Schulausflug zur Gedenkstätte Buchenwald in Thüringen die Lieder im Bus abgespielt und mitgesungen. Mehrere Medien hatten darüber berichtet.

Verdacht der Volksverhetzung

Der Kreis Gießen in Hessen stellte sich in einer Mitteilung an die Seite der Schulleitung. Da es um den Verdacht der Volksverhetzung gehe, sei die richtige Konsequenz gewählt worden, sagten Landrätin Anita Schneider (SPD) und Schuldezernentin Christiane Schmahl laut Mitteilung vom Freitag.

Vorkommnisse mit solch strafrechtlicher Relevanz müssten bei der Polizei zur Anzeige gebracht werden.“Hetzerische Lieder und Beleidigungen sind kein Kavaliersdelikt. Den Jugendlichen muss deutlich vor Augen geführt werden, dass wir so etwas in unserem Land nicht dulden“, erklärte der hessische Kultusminister Alexander Lorz (CDU).

Die Polizei hatte am vergangenen Dienstag die Ermittlungen aufgenommen. Am Montag gab es zunächst keine weiteren Erkenntnisse in dem Fall, wie der Sprecher sagte. Den Angaben des Landkreises zufolge wurde die Theo-Koch-Schule bereits mehrfach für ihre Arbeit in der Extremismus-Prävention ausgezeichnet.

In den neunten Klassen werde seit Jahren ein viermonatiges Projekt zur Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus durchgeführt. Der aktuelle Vorfall verdeutliche die Wichtigkeit von Initiativen gegen Fremdenfeindlichkeit, Diskriminierung und Gewalt in allen Bereichen der Gesellschaft, erklärte die Landrätin.

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