Wolf kostet Land eine halbe Million Euro

Ohrdruf.  Die staatlichen Ausgaben wegen des Wolfs in Thüringen summieren sich seit 2017 auf etwa eine halbe Million Euro.

In Deutschland breiten sich die Wölfe immer mehr aus. (Symbolfoto)

In Deutschland breiten sich die Wölfe immer mehr aus. (Symbolfoto)

Foto: Patrick Pleul / dpa

Im laufenden Jahr gibt das Umweltministerium etwa 200.000 Euro für Versuche aus, die fünf Mischlingswelpen der Ohrdrufer Wölfin tot oder lebendig zu fangen. Allein die Beauftragung einer Tierärztin für den Lebendfang schlägt mit 54.000 Euro zu Buche. Ein für den Lebendfang beauftragtes Expertenbüro erhält zudem etwa 37.000 Euro. Das sind Zahlen, die Mitgliedern eines Landtagsausschusses vertraulich mitgeteilt wurden.

Die Kosten sämtlicher Fang- und Schutzbemühungen seit 2017, als die Wölfin erstmals Hybridennachwuchs bekam, liegen weit höher: bei etwa 500.000 Euro. Darin enthalten sind auch 65.000 Euro für Herdenschutzförderung. Mehr als 76.000 Euro wurden allein in den Aus- und Umbau eines ausbruchsicheren Geheges im Bärenpark Worbis investiert. Doch der ist noch hybridenfrei. Noch haben sich die Anstrengungen in diesem Jahr nicht rentiert. Auch nicht die 12.500 Euro, die für den Abschuss der Junghybriden bisher veranschlagt werden.

Thüringer Hybriden könnten Reinrassigkeit der Wolfspopulation gefährden

Der ausbleibende Jagderfolg könnte bereits in Kürze ein unerwünschtes Szenario in Gang setzen: Die Jungtiere aus dem Mai werden bald geschlechtsreif, wandern ab – nicht selten Hunderte Kilometer weit – und zeugen ihrerseits Mischlinge. Die Thüringer Hybriden könnten so die Reinrassigkeit der Wolfspopulation in ganz Deutschland gefährden.

Die Risiko wird dadurch erhöht, dass sich in Deutschland die Wölfe immer stärker vermehren und einander immer näher rücken.

105 Rudel, 25 Paare und 13 Einzeltiere leben aktuell in Deutschland, wie aus Zahlen der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf hervorgeht. Ein Jahr zuvor waren es 77 Rudel, 40 Paare und drei Einzeltiere. Die Zahl der Wolfsterritorien stieg von 120 auf 143. Die meisten, 49 Territorien, gibt es in Brandenburg. Es ist erst 20 Jahre her, dass das erste Wolfspaar in Deutschland Nachwuchs bekam.

Das Rudel der Ohrdrufer Wölfin hat in diesem Jahr bisher 145 Schafe, Ziegen, Kälber und Pferde gerissen – doppelt so viele Nutztiere wie im bisherigen Rekordjahr 2017.

Der Wolf in Thüringen

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