Nur wenige Weimarer nutzen Online-Umfrage zur Digitalisierung

Weimar  Die meistgenannten Dienstleistungen macht die Stadt als nächste nutzbar. Ratsbeschluss wartet noch auf Landessegen

Seit April werden auf der Homepage der Stadtverwaltung Weimar die digitalen Leistungen unter der Rubrik „Digitale Verwaltung“ gebündelt.

Seit April werden auf der Homepage der Stadtverwaltung Weimar die digitalen Leistungen unter der Rubrik „Digitale Verwaltung“ gebündelt.

Foto: Archiv

Nur 200 Bürger haben sich seit Mitte April an der Online-Umfrage zu den neuen digitalen Verwaltungsleistungen der Stadt Weimar beteiligt. 1243 Mal gab es Online-Zugriffe auf die Leistungen.

In der Umfrage wollte die Stadt wissen, welche Verwaltungsleistungen als nächste digital angeboten werden sollten. Die Auswertung liegt nun vor. Folgende Antworten wurden am häufigsten ausgewählt:

Statusmeldung über fertige Dokumente (Personalausweis, Reisepass) 49,13 Prozent

Hortanmeldung, -abmeldung und -ummeldung 16,76 Prozent

Gewerbeanmeldung, -ummeldung, -abmeldung 10,98 Prozent

Veranstaltungsanzeige (Anzeige einer öffentlichen Vergnügung) 9,83 Prozent.

Neben den vorgegebenen Antworten gab es auch die Möglichkeit, ein Textfeld selbst auszufüllen. Eine der Antworten lautete dabei: „Alle Verwaltungsleistungen müssen online abwickelbar sein“. Deshalb erinnerte Christian Adolph, der verantwortliche Amtsleiter bei der Stadtverwaltung, gestern: „Im Onlinezugangsgesetz ist das bereits geregelt und bis zum 31. Dezember 2022 umzusetzen.“

Die Suche nach freien Kindergarten-Plätzen und die verbindliche Anmeldung ist wider Erwarten nicht unter den am häufigsten gewünschten digitalen Leistungen. Sie bedürfe vor allem der Mitarbeit der freien Träger, sagte Bürgermeister Ralf Kirsten. Doch leider sei das noch nicht erreicht. Dass das Thema bei der Umfrage nicht oft genannt wurde, schreibt Kirsten der geringen Teilnahme zu.

Eine wichtige Entwicklungsrichtung für die digitale Verwaltung sei die Einführung eines einheitlichen Dokumenten-Management-Systems, sagt Christian Adolph. Um das zu ermöglichen, hatte der Stadtrat im Frühjahr den Beitritt der Stadt zum Zweckverband Kommunale Informationsverarbeitung Sachsen (KISA) beschlossen und den Oberbürgermeister ermächtigt, die rechtsaufsichtlichen Genehmigungen einzuholen.

Die Stadt orientierte sich dabei an den Ergebnissen einer interkommunalen Arbeitsgruppe. Sie hatte Vergleichbares in Thüringen nicht gefunden. Der Zweckverband in Sachsen biete die einzige Möglichkeit zur gesetzeskonformen und zeitnahen Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes. Zudem könnten dadurch Fördermittel in Höhe von bis zu 200.000 Euro in diesem Kalenderjahr beantragt werden, hieß es zur Begründung.

An der rechtsaufsichtlichen Genehmigung scheitert das Vorhaben der Weimarer derzeit allerdings. Offensichtlich sieht das Thüringer Innenministerium die Zusammenarbeit über die Landesgrenze hinaus kritisch. Es kann selbst aber keine schnell nutzbaren und qualitativ gleichwertigen Alternativen bieten. So muss sich die Digitalisierung der Verwaltung vorerst noch auf kleine Schritte beschränken.

Seit April werden auf der Homepage der Stadtverwaltung die digitalen Leistungen unter der Rubrik „Digitale Verwaltung“ gebündelt. Ein Problem in der Nutzung über Suchmaschinen ist es, die richtigen Einstiegspunkte zu finden, da es weiterhin eine Fülle an Unterseiten im städtischen Internetauftritt gibt, die noch nicht umgestellt sind. Allein unter „Anliegen“ finden sich etwa 600 Seiten, die längst nicht alle digitale Leistungen bieten.

Auf Nummer sicher geht der Nutzer über https://stadt.weimar.de/digitale-verwaltung / oder mit den Suchbegriffen „Weimar digitale Verwaltung“. Darunter findet er die aktiven Schaltflächen Wahlscheinantrag, Wunschkennzeichen, Onleihe Stadtbibliothek, Fundbüro, Baustelleninformation, Wiederzulassung Pkw, Stadtplan, Formulare und Online-Anhörung. Die Spitzenreiter der Online-Umfrage werden hier als nächste nutzbar gemacht.

Zu den Kommentaren