Per „Teledoc“ im Verbund der Schlaganfall-Spezialisten

Sömmerda  Die Ärzte im Sömmerdaer DRK-Krankenhaus können sich per Video und rund um die Uhr mit Kollegen austauschen.

Chefarzt Dr. Jörg T. Fuhrmann (rechts) am „Teledoc“. Das Telemedizingerät verbindet die Sömmerdaer Ärzte mit anderen Thüringer Kollegen. Auch Daniel Rotsolk, Qualitätsmanager der Klinik, schaut sich die Neuanschaffung an. Foto: Ina Renke

Chefarzt Dr. Jörg T. Fuhrmann (rechts) am „Teledoc“. Das Telemedizingerät verbindet die Sömmerdaer Ärzte mit anderen Thüringer Kollegen. Auch Daniel Rotsolk, Qualitätsmanager der Klinik, schaut sich die Neuanschaffung an. Foto: Ina Renke

Foto: zgt

Um Schlaganfall-Patienten im DRK-Krankenhaus noch besser versorgen zu können, hat sich ein Team von Mitarbeitern unter Leitung von Chefarzt Dr. Jörg T. Fuhrmann in das Projekt „Schlaganfall Telemedizin Netzwerk in Thüringen“(kurz Satelit) integriert.

In diesem Verbund arbeiten Experten der Neurologischen Kliniken des Universitätsklinikums Jena, des Klinikums Altenburger Land und des Helios-Klinikums Erfurt mit anderen Klinken Thüringens zusammen. „Die Schlaganfallexperten einer überregionalen Schlaganfall-Behandlungseinheit des Zentrums schalten sich per Videokonferenz ohne Zeitverlust in die Akut-Versorgung von Patienten in anderen Versorgungskrankenhäusern ohne eigene neurologisch geführte Stroke Unit ein“, erklärt dazu Daniel Rotsolk, Qualitätsmanager im Sömmerdaer DRK-Krankenhaus.

Netzwerk wird vom Land gefördert

Schlaganfälle sind die dritthäufigste Todesursache und die häufigste Ursache für Behinderungen bei Erwachsenen. Über spezialisierte neurologische therapeutische Eingriffe, einschließlich der Thrombolyse, können die Folgen für die Patienten jedoch vermindert werden. Über das Netzwerk, das vom Land Thüringen gefördert wird, sollen diese spezialisierten Behandlungsmöglichkeiten für möglichst viele Patienten in Thüringen zugänglich sein.

Auch andere Standorte werden noch eingebunden

Dr. Albrecht Günther, Oberarzt der Hans-Berger-Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Jena, dem kooperierenden Zentrum der DRK-Kliniken in Thüringen, zeichnet seit der Gründung für das Projekt verantwortlich. Er stellte den Sömmerdaer Kollegen das Netzwerk am 12. November vor. Damit verbunden war eine Vorführung der extra angeschafften Technik, die im Schockraum der Zentralen Notaufnahme des Krankenhauses eingesetzt wird.

Die Praxis stellt sich folgendermaßen dar: Im Verbund können nun die Schlaganfallspezialisten per Video direkt mit dem Ärzteteam und dem Patienten vor Ort in Kontakt treten. Ein Kollege ist als Telemedizin-Konsiliararzt dafür rund um die Uhr erreichbar. So kann der Zustand des Patienten analysiert, Symptome per Video überprüft und auch Bildgebung (CT- oder MRT-Aufnahmen des Gehirns) besprochen werden.

„Perspektivisch soll das Netzwerk weiter wachsen, auch die anderen Standorte der DRK-Kliniken in Thüringen werden mittelfristig eingebunden“, so Daniel Rotsolk. Dies sei auch zügig notwendig, da angesichts der demografischen Entwicklung mit einer Zunahme von Schlaganfällen zu rechnen ist.