Pfafferode: Neues Haus für Mensch und Fledermäuse

Pfafferode  Hauseigene Gewerke arbeiten nun unter einem Dach. Technikgebäude wurde eingeweiht

Alessa Brill (links) und Olaf Michael (rechts) überreichen symbolisch den Schlüssel an Klaus Peter Fiege, Petra Hegt und Norbert Dahmen

Alessa Brill (links) und Olaf Michael (rechts) überreichen symbolisch den Schlüssel an Klaus Peter Fiege, Petra Hegt und Norbert Dahmen

Foto: Susan Voigt

Mit einer Andacht wurde am Dienstag das frisch sanierte Technikgebäude des ökumenischen Hainich Klinikums (ÖHK) feierlich eingeweiht.

Seit dem Baubeginn vor etwa vier Jahren wurde das ehemalige Heizhaus saniert und umstrukturiert. Das neue Technikgebäude soll die hauseigenen Dienstleistungsbereiche – Schlosserei, Tischlerei, Maler, Elektriker und Maurer – unter einem Dach bündeln, erklärt der Geschäftsführer Norbert Dahmen in seiner Ansprache. Zuvor seien die Gewerke auf dem Gelände der Klinik verstreut gewesen.

Das Rechenzentrum samt Servertechnik findet im neuen Gebäude ebenfalls seinen Platz. Im Keller erfolge die zentrale Warmwasseraufbereitung der Klinik. Nun bestehe außerdem die Möglichkeit, die Werkstätten für therapeutische Zwecke zu nutzen, berichtet Norbert Dahmen.

Weil das Gebäude denkmalgeschützt ist, sei das Bauvorhaben von einigen Einschränkungen begleitet gewesen, sagt Olaf Michael vom Architekturbüro Ortmann aus Mühlhausen.

Für ein halbes Jahr Baupause sorgte allerdings nicht der Denkmalschutz, sondern der Naturschutz. Eine Kolonie Fledermäuse richtete sich während der Bauarbeiten den Keller des ehemaligen Heizhauses im Sommer 2016 als Wochenstube für ihre Jungen ein. Da die Tiere unter Naturschutz stehen und sehr geräuschempfindlich sind, konnten die Arbeiten zunächst nicht fortgesetzt werden.

„Wir bauten in diesem Fall nicht nur für die Menschen, sonder auch für die Tiere“, betonte der Geschäftsführer. Eigens für die Fledermäuse wurde ein Gebäude angebaut, in dem sie ihre Jungen ungestört aufziehen können. Auch mehrer Büsche wurden auf dem Gelände gepflanzt, die den Tieren als Orientierung dienen sollen.

Etwa neun Millionen Euro Gesamtkosten

Am Bau des neuen Technikgebäudes waren etwa 40 Firmen beteiligt. 30 davon haben ihren Sitz in Thüringen, 18 stammen direkt aus dem Unstrut-Hainich-Kreis, berichtet Dahmen. Insgesamt habe der Bau etwa neun Millionen Euro gekostet. Zwei Drittel der Summe wurden vom Freistaat gefördert.

Vor 15 Jahren entstand der Plan, den Straßenzug an der Wanfrieder Landstraße zu erneuern. Zunächst entstand ein neues Kesselhaus, dass 2013 in Betrieb genommen wurde. Der Küchenkomplex neben dem neuen Technikgebäude befindet sich noch im Bau und soll 2020 fertiggestellt werden.

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