Ratgeber: Was tun, wenn der Pass im Ausland verloren geht?

Es ist das Urlaubs-Schreckens-Szenario schlechthin: Der Reisepass geht verloren oder wurde gestohlen. Schnelle und unkomplizierte Hilfe ist nun wichtig.

Passkontrolle am Frankfurter Flughafen. Wer ins Ausland fliegt oder aus dem Ausland zurück nach Deutschland kommt, braucht ein gültiges Reisedokument. Dumm, wenn der Pass verloren gehtoder gestohlen wird. Foto: dpa

Passkontrolle am Frankfurter Flughafen. Wer ins Ausland fliegt oder aus dem Ausland zurück nach Deutschland kommt, braucht ein gültiges Reisedokument. Dumm, wenn der Pass verloren gehtoder gestohlen wird. Foto: dpa

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Oft sind die deutschen Botschaften oder Konsulate erste Anlaufstationen für die Deutschen. Denn im Verlustfall eines Reiseausweises können von deutschen Auslandsvertretungen Reiseausweise als Passersatz zur Rückreise in die Bundesrepublik Deutschland ausgestellt werden. Bei längerfristigen Aufenthalten im Ausland oder der Weiterreise in andere Länder gegebenenfalls auch vorläufige Reisepässe.

Das müssen Betroffene tun:

1. Eine Verlustmeldung bei der örtlichen Polizei abgeben und eine Kopie der Verlustmeldung für die Botschaft ausstellen lassen. Achtung: Diebstahlsanzeigen ziehen ein Ermittlungsverfahren nach sich, was die rasche Ausstellung eines neuen Ausweises erheblich verzögert, da die Ermittlung erst abgeschlossen werden muss.

2. In einigen Ländern muss ebenso eine Meldung bei der Immigrationsbehörde erfolgen (zum Beispiel in den Vereinigten Arabischen Emiraten).

3. Die Dokumente zum Nachweis der Herkunft bereithalten (Personalausweis, Geburtsurkunde oder Führerschein). Zur Not müssen die Dokumente von der Familie, von Freunden oder dem Einwohnermeldeamt zugesendet werden. Tipp: Packen Sie vor Abreise Fotokopien Ihrer Personaldokumente in den Koffer oder speichern diese als Foto auf Ihrem Handy oder Laptop.

4. Passfotos bereithalten (auch hier ist es ratsam, diese bereits vor Urlaubsantritt im Reisegepäck zu verstauen).

5. In manchen Ländern wird außerdem eine Kopie des Rückflugtickets verlangt.

6. Die deutsche Botschaft, ein Konsulat/Honorarkonsul aufsuchen und ein neues Reisedokument ausstellen lassen.

7. Gegebenenfalls muss dem Ersatzdokument noch ein gültiges Ausreisevisum beigefügt werden. Die deutsche Auslandsvertretung wird hier allerdings entsprechende Hinweise und Informationen geben.

Test bei 150 deutschen Botschaften

Das Reisebuchungsportal ab-in-den-urlaub.de testete 150 deutsche Botschaften weltweit: Eine fiktive Privatperson schickte jeweils zwei E-Mail-Anfragen mit dem Hilferuf einer fiktiven Privatperson "Reisepass verloren" und prüfte die Antwortgeschwindigkeiten.

Alleingelassen müssen sich deutsche Touristen in Bangladesch, Finnland, Kanada, Nicaragua oder dem Vatikan fühlen. In beiden Anfragerunden kamen aus diesen Ländern gar keine Antworten.

Viele schlaflose Nächte bescherten die Botschaftsmitarbeiter dem vermeintlich passlosen deutschen Urlauber im Iran und in Palästina. Die Mitarbeiter ließen sich bis zu sieben Tage Zeit bis sie antworteten.

Im Falle Palästinas wurde eine zügige Mail im zweiten Durchgang zuerst an die falsche Adresse gesendet - so jedenfalls die Begründung für eine Antwortzeit von mehreren Tagen.

Steht die Heimreise nach Deutschland respektive der Rückflug kurz bevor, sind allerdings schon wenige Stunden eine kleine Ewigkeit. So brauchten die Staatsbediensteten in der Auslandsvertretung in Angola in beiden Anfragerunden im Schnitt sechs Arbeitsstunden, um die helfende Antwort zu formulieren.

Dass es auch anders geht, bewiesen unter anderem die deutschen Botschaften in Costa Rica, Panama, El Salvador, Uruguay, Chile, Bosnien-Herzegowina, Armenien, Zypern, der Elfenbeinküste, Neuseeland oder Malaysia. Diese antworteten unter 16 weiteren Vertretungen in beiden Anfragerunden in weniger als 60 Minuten.

Schön: Nicht selten waren in dem verdeckten Botschaftentest sogar komplette Service-Mails mit zahlreichen Tipps zum weiteren Vorgehen im Ausland. So wurden dem scheinbar fragenden Touristen die Adressen von Fotografen für die notwendigen Passbilder, deren Kosten, sowie Hinweise zu den Polizeidienststellen vor Ort und weiteren Ämtern übermittelt.

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