Studie: Jede dritte Minute ein Einbruch in Deutschland, aber Thüringen ist sicher

Fast 150.000 Einbrüche in Deutschland 2013, 25% der Delikte im November und Dezember. Polizei scheint machtlos: 85% der Delikte werden nicht aufgeklärt, hat das Versicherungsvergleichsportal Geld.de in Leipzig zusammengestellt. Thüringen, Sachsen und Bayern als sichere Wohnregionen eingestuft.

In einer gestellten Szene bohrt ein Einbrecher einen Fensterrahmen auf. Leerstehende Wohnungen und Häuser sind ein beliebtes Ziel von Diebesbanden. Deshalb lohnt sich ein Sicherheitscheck vor der Abreise. (Symbolfoto)

In einer gestellten Szene bohrt ein Einbrecher einen Fensterrahmen auf. Leerstehende Wohnungen und Häuser sind ein beliebtes Ziel von Diebesbanden. Deshalb lohnt sich ein Sicherheitscheck vor der Abreise. (Symbolfoto)

Foto: zgt

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Leipzig. Den Deutschen läuft sprichwörtlich die Zeit davon: Denn mittlerweile wird in Deutschland statistisch betrachtet fast jede dritte Minute eine Wohnung oder ein Haus gewaltsam aufgebrochen und ausgeräumt (2012: jede vierte Minute). Im Jahr 2013 ereigneten sich rund 150.000 Wohnungseinbrüche (149.500) in Deutschland.

Dies bedeutet im Jahr 2013 einen Kriminalitäts-Anstieg von 3,7% gegenüber dem Jahr 2012 und eine bei der Polizei angezeigte Schadenssumme von 427 Mio. Euro. Rund 25% der Delikte ereigneten sich in den Monaten November und Dezember. Doch hinter diesen "nackten" Zahlen stehen nicht nur materieller Verlust sondern auch Angst, Panik und Ohnmacht der Einbruchs-Opfer.

Das erschreckende Ergebnis der Studie des Versicherungsvergleichsportals Geld.de: In Deutschland wird jede 176. bewohnte Wohnung bzw. jedes bewohnte Haus von Kriminellen aufgebrochen und ausgeräumt – zumindest in den 120 größten Städten, so die Hochrechnung. Besonders im Fokus bei den Kriminellen sind die anonymen Großstädte: Hier leben viele potentielle Opfer auf engem Raum. Über 52% (76.967) der in Deutschland zur Anzeige gebrachten Einbrüche wurden allein in den 120 größten Städten verübt.

Die brutale Wirklichkeit: Bereits über ein Drittel (35%) aller untersuchten 120 deutschen Städte sind Einbruchshochburgen. Darunter finden sich Metropolen wie Köln, Düsseldorf, Hamburg, Frankfurt / Main, Berlin oder Hannover und viele Städte in der so genannten Rhein-Schiene.

Nach Hochrechnungen ergibt sich aus diesen "Raubzügen" ein angezeigter Schaden von über 420 Mio. Euro. Das heißt: jeder Einbruch verursacht durchschnittlich einen Schaden von rund 3.000 Euro. Nicht messbar sind die psychischen Schäden und die traumatischen Nachwirkungen bei den Einbruchs-Opfern.

Wohnungseinbruchdiebstähle sind im Osten, Süden und Südwesten (Thüringen, Bayern und Baden-Württemberg) Deutschlands zwar nicht aus der Welt, doch im Vergleich zur restlichen Republik kaum an der Tagesordnung. Von den 25 als sicher klassifizierten Städten liegen 20 in Bayern und Baden-Württemberg. Besonders sicher wohnt es sich im ländlich geprägten Bayern, Franken, im Allgäu oder in Schwaben.

Thüringen ist im Vergleich der Bundesländer die sicherste Wohnregion Deutschlands. 2013 gab es hier insgesamt 1183 Einbrüche, davon betroffen war jede 864. Wohnung.

Negativer Spitzenreiter in Deutschland ist das Bundesland Bremen. Dort wurde in jede 97. Wohnung eingebrochen.

Aber auch die in der Studie betrachteten thüringischen Städte Suhl (jede 1.592. Whg., absolut 12), Gera (jede 1.386. Whg., absolut 37), Jena (jede 613. Whg., absolut 82) zählen nach der Studie zu den sichersten Kommunen Deutschlands.

Wie kann ich meine Wohnung sichern?

Was bei Einbrüchen zählt, ist die Zeit. Die Einbrecher versuchen möglichst schnell und geräuschlos in das Haus oder die Wohnung zu gelangen. Das heißt für die Bewohner, es den Kriminellen so schwer wie möglich zu machen. Einige Tipps dafür:

1. Schützen Sie Türen und Fenster mit zusätzlichen Sicherungen. Balkontüren und Fenster sollten auch geschlossen werden, wenn man nur kurz das Haus verlässt.

2. Lampen mit Zeitschaltuhren täuschen Ihre Anwesenheit vor und schrecken Einbrecher ab.

3. Briefkasten während des Urlaubs von Nachbarn leeren lassen.

4. Einbruchsschutz bietet soziale Kontrolle in der Nachbarschaft. Melden Sie verdächtige Personen, Fahrzeuge und Beobachtungen der Polizei.

5. Wertsachen nicht offen herumliegen lassen. Wichtige Dokumente und Schmuck in einem Schließfach bei Ihrer Bank deponieren oder im Tresor aufbewahren.

6. Eine Hausratversicherung ist ein Muss. Sie kommt für Schäden nach Einbrüchen auf.

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