Stadt Bad Langensalza bringt seit Montag rund 200 Pflanzen ins Winterlager

Bad Langensalza (Unstrut-Hainich-Kreis). Palmen, Oleander und Flaschenbäume zogen um. Der Hof des Gartenbauamts am Illebener Weg verwandelte sich zusehends in einen kleinen Dschungel. Beim Zuschneiden und der Pflanzenhygiene wird die ein oder andere Entdeckung gemacht.

Unter anderem am Neumarkt hievte der Gabelstapler die Palmen auf einen der vier Laster. Foto: Mara Mertin

Unter anderem am Neumarkt hievte der Gabelstapler die Palmen auf einen der vier Laster. Foto: Mara Mertin

Foto: zgt

Mit vier Fahrzeugen waren Mitarbeiter der Stadt Bad Langensalza am Montag unterwegs, um die städtischen Kübelpflanzen einzusammeln und in ihr Winterlager zu bringen. Während in der Innenstadt die Gabelstapler Palmen und Olivenbäume auf die Laster hievten, verwandelte sich der Hof des Gartenbauamts am Illebener Weg zusehends in einen kleinen Dschungel. "200 bis 250 Pflanzen werden für den Winter hierher gebracht", schätzte Kirstin Kley, die für den Botanischen Garten und für die Überwinterung verantwortlich ist.

Mediterrane Palmen, Oleanderbäume und Kamelien sammelten sich am Illebener Weg, auch afrikanische Schmucklilien. Einige der Pflanzen stammten noch aus den Beständen des Mühlhäuser Botanischen Gartens, der vor elf Jahren geschlossen wurde, sagte Kley. Zwei Flaschenbäume aus Australien zählen dazu. "Die Stadt hat in den vergangenen Jahren aber ihren Schwerpunkt auf mediterrane Pflanzen gesetzt", sagte Kley.

Bevor die Pflanzen in die beheizten Hallen ziehen, schneidet sie Kirstin Kley zurück. "Das machen wir teilweise sehr großzügig", erklärt die Fachfrau. Die Blätter würde sie bei manchen Laubbäumen komplett entfernen. "Wir haben ja gerade noch ein relativ warmes Wetter. Das Entblättern erzwingt dennoch eine Vegetationsruhe", so Kirstin Kley. Außerdem werde so die Verdunstung in den Hallen reduziert.

Nur wenig Wasser für Pflanzen im Winter

"Im Winter muss man ganz besonders auf das Zusammenspiel zwischen Licht, Wasser und Temperatur aufpassen", erklärte Kirstin Kley die Strategie der Stadt, die Pflanzen über die kalte Jahreszeit zu bringen. Gegossen würde das Grün nur wenig. Das Regenwasser dazu kommt aus einer Zisterne.

"Bei wenig Licht kommt man auch mit wenig Wasser aus, sonst die die Gefahr groß, dass die Wurzeln verfaulen", meinte Kirsin Kley. Genauso wichtig sei, die Hallen regelmäßig zu lüften, damit sich keine Schimmelpilze in den Kübeln bilden.

Damit sich keine Pilze bilden, entfernte Kirstin Kley am Montag auch die Bodendecker aus den Kübeln. "Das ist Pflanzenhygiene", meinte sie - einen Bund kleiner violetter Blümchen in der Hand, die kurz darauf in einem Mistkübel verschwanden. An den Bodendeckern könnten sich auch Blattlauseier befinden.

Die Läuse würden dann in den warmen Hallen schlüpfen und die Pflanzen befallen. Bei der Pflanzenhygiene mache man aber auch die ein oder andere erfreuliche Entdeckung. "In den Hanfpalmen sind immer wieder Vogelnester versteckt", verriet Kirstin Kley. "Die Vögel mögen die hanfartigen Fasern der Palme."

Zurück in die Stadt ziehen würden die Pflanzen voraussichtlich im April - "Je nach dem, was das Wetter sagt."

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