Tote Tiere, Unrat und Hausmüll in Kleidercontainern - Gothaer Stadtverwaltung löst Standplätze auf

Gotha  Standplätze für Altkleidersammlungen verkommen zu Dreckecken. Ratten und andere Schädlinge machen sich breit. Die Stadtverwaltung Gotha greift nun durch.

Ein Kleidercontainer steht in der Erfurter Landstraße. Ringsum wurde Unrat abgelegt. So war es viele Jahre Praxis an der Kreuzung zur Seebergstraße.

Ein Kleidercontainer steht in der Erfurter Landstraße. Ringsum wurde Unrat abgelegt. So war es viele Jahre Praxis an der Kreuzung zur Seebergstraße.

Foto: Peter Riecke

Die Standplätze für Altkleidersammlung in Gotha verkommen zu Dreckecken. In den Containern finde sich alles: tote Tiere mit Fell und ohne Fell, geöffnete Federbetten, Hausmüll, Katzenstreu, Sägespäne. . . Die Kleidung sei dann untragbar. Oberbürgermeister Knut Kreuch (SPD) spricht von „unhaltbaren Zuständen“ dort. Diese beschränken sich nicht auf einige, wenige Standorte oder einen Betreiber, berichtete er jüngst im Stadtrat. Die Container seien übervoll, teils sei „Schädlingsbefall“ beobachtet worden – sprich Ratten. Die Stadtverwaltung habe sofortiges Handeln eingeleitet. So wurde der Standplatz für Wertstoffbehälter an der Ecke von Erfurter Landstraße und Seebergstraße Ende November aufgelöst.

Trotz der regelmäßigen Reinigung des Standplatzes durch den Landkreis Gotha habe das Ablagern von Müll und Unrat jeglicher Art an diesem Standplatz solche Ausmaße angenommen, dass die Entscheidung zur Auflösung des Platzes unumgänglich war. Die Stadtverwaltung bittet, zur Entsorgung der Wertstoffe die Standplätze in der Steinmühlenallee und in der Seebergstraße zu nutzen. Sie hatte in dem Zusammenhang nochmals darauf hingewiesen, dass die Standplätze für Wertstoffbehälter nicht der Entsorgung von Haus-, Bio-, Sperr- oder sonstigem Müll dienen.

Doch das hilft nicht weiter. Diese Missstände seien nicht durch die Betreiber hervorgerufen worden, sondern durch völlig unverantwortlich handelnde Mitbürger, stellte der Rathauschef fest. Das Aufstellen der Container liefere dort einen Anreiz zum illegalen Entsorgen von Abfällen.

Kreuch mahnt Korrektur der Abfallsatzung an

Diesen Anreiz abzustellen und für Sicherheit zu sorgen, sei oberstes Gebot der Verwaltung gewesen. Deswegen sei die Sondernutzungserlaubnis fürs Aufstellen von Kleidercontainern widerrufen worden. Manche gab es nicht mehr. Darauf bestehe kein Rechtsanspruch.

Dass nach Abbau von Altkleidercontainern dort weiterhin Müll hingekippt werde, hatte die Stadtverwaltung befürchtet. Deren Mitarbeiter seien der festen Überzeugung, dass diese Zustände „zeitnah nachlassen werden“, sagte Kreuch.

Generell sei festzuhalten, dass die Abfallsatzung des Landkreises offenbar Anreize schaffe, Müll illegal zu entsorgen. Es gebe nicht nur dieses Problem an Altkleiderstandorten, sondern auch an DSD-Plätzen, in Parks und Grünanlagen. Auch in öffentlichen Mülleimern werde Hausmüll gekippt.

Die Stadt wolle das durch ein eigenes Anreizsystem verhindern, führte Kreuch weiter aus. Auch öffentliche Kontrollen und „öffentlichkeitswirksame Fahndungen“ sollen zu einem sauberen Stadtbild beitragen. Der Kreisverwaltung seien diese untragbaren Zustände sehr deutlich geschildert worden. Die Stadt dränge auf Überarbeitung der Satzung und Ahndung von Verstößen.

Nach Ansicht von Ratsmitglied Gerrit Jeron (Piraten) müsste es Bürgern leichter gemacht werden, Müll zu entsorgen. Gerade für diejenigen sei das nötig, die kein Auto hätten oder nicht wissen, wohin sie ihre alten Sachen bringen können.

Kreuch empfahl Bürgern, die gerne Kleidung abgeben möchten, dies nicht an Container zu tun, sondern sie in den Kleiderkammern des DRK und der Diakonie oder sie in das Sozialkaufhaus zu bringen. Dort werde auch gesagt, was verwertbar sei oder was gleich in den Schredder komme.