Tour de Frömmschdt plant Abstecher über die Autobahn

Frömmstedt  Frömmstedt. Zur 11. Auflage der Radtour sollen auch die noch nicht freigegebenen 11,3 Kilometer der A 71 erradelt werden.

Sömmerda Ost – hier soll am 15. August der Tross der Tour de Frömmschdt auf das noch nicht freigegebene Autobahn-Teilstück rollen. Foto: Ina Renke

Sömmerda Ost – hier soll am 15. August der Tross der Tour de Frömmschdt auf das noch nicht freigegebene Autobahn-Teilstück rollen. Foto: Ina Renke

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Alles wie gehabt – und trotzdem alles ganz anders. Am 15. August ist wieder Tour de Frömmschdt. Wie immer am dritten Samstag im August. Bei Radsportfreunden steht der Termin dick unterstrichen im Terminkalender und das Vorbereitungsteam ist so eingespielt, dass diesmal im Vorfeld kein riesiges Brimborium veranstaltet werden sollte. „Es weiß doch jeder, was er zu tun hat“, sagt Tour-Erfinder Winfried Bergmann.

Es ist ja auch schon die elfte Auflage der Radwanderung.

Aber jetzt, auf der Zielgeraden ist doch alles anders. Aufregend , spannend und etwas stressig.

Bei Bäcker Bergmann und Maik Eßer, dem Vorsitzenden der Verwaltungsgemeinschaft Kindelbrück, glühen die Festnetztelefondrähte und baut der Handyakku rasend schnell ab.

Eine zündende Idee bricht sich Bahn und lässt das Organisationsteam Überstunden machen: Tour de Frömmschdt goes Autobahn!

Was beim Tunnel klappte, sollte erneut möglich sein

Seit sich in den letzten Tagen die Informationen verdichten, die auf eine zeitnahe Inbetriebnahme des letzten verbliebenen Teilstücks der Bundesautobahn 71 zwischen Sömmerda Ost und Abzweig Schillingstedt hindeuten, ist es mit der Beschaulichkeit in der Vorbereitung der Tour de Frömmschdt vorbei.

„Warum nicht bei deren Auflage 11 die gut 11 Kilometer neue Autobahn in die Radlerschleife integrieren?“, greift Bergmann eine Idee von TA-Redaktionsleiterin Bärbel Albold auf. Zur Erinnerung: Vor der Freigabe des benachbarten A71-Schmücketunnels gab es einen sehr gut angenommenen Tunnellauf. Warum also diesmal nicht eine Radtour, zumal der organisatorische Aufwand nicht ausufern würde. Für die Frömmstedt-Schleife ist – wie gesagt – alles vorbereitet. Der Mehraufwand fürs Autobahn-Extra sollte überschaubar sein.

Bergmann hat sich inzwischen Unterstützer an die Seite geholt. Thüringens Landtagspräsident Christian Carius (CDU) ist begeistert von der Idee. Selbst auch oft bei der Tour de Frömmschdt am Start, hat er ja als Sömmerdaer und als ehemaliger Verkehrsminister eine besondere Beziehung zur A71. Auch der Sömmerdaer Landrat Harald Henning (CDU) hat sofort Unterstützung signalisiert. Die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (DEGES) ist auch eingeschaltet.

„So viel Extra-Arbeit zur Absicherung wird nicht entstehen“, ist sich Winfried Bergmann sicher. „Neuralgischer Punkt dürfte nach dem Start auf dem Sömmerdaer Markt der Weg zur Autobahn über die Frohndorfer Straße sein. Aber das ist in den Griff zu bekommen“, so der Radsportbegeisterte, der auch Aufsichtsratsvize beim FC Rot-Weiß Erfurt ist. In den nächsten Tagen will Bergmann darüber mit der Sömmerdaer Stadtverwaltung sprechen.

Mit Verantwortlichen der DEGES und des Landratsamtes passiert das schon heute.

Die Deges hatte ohnehin vor, allerdings in kleinem Rahmen, am Tour-Wochenende eine Rad-Befahrung des letzten noch nicht freigegebenen Autobahnabschnitts durchzuführen. Peter Georgi aus Greußen, der für unsere Zeitung mehrfach in Wort und Bild von seinen Befahrungen der in Bau befindlichen Strecke berichtet hatte, hat dafür eine Einladung erhalten.

Warum also nicht das Ganze in einer großen Variante fahren? Es wäre sicherlich auch eine Belohnung für die Einwohner von Sömmerda und aus der Umgebung, die mit den Verzögerungen beim Bau der Strecke leben und damit die Belastungen durch die Lücken-Umfahrung (Stau und erhöhtes Unfallrisiko) tragen mussten.

Winfried Bergmann hofft mit der „Neutrassierung“ der Tour de Frömmschdt und dem einmaligen Autobahnteilstück auf einen Resonanzschub. „Unmittelbar nach dem Start in Sömmerda haben wir schon einmal 906 Teilnehmer gezählt. Diesmal sollten die 1000 keine Hürde sein!“ Die Werbetrommel wird jedenfalls kräftig gerührt. Flyer werden ausgelegt und in den 42 Bergmann-Filialen zwischen Weimar, Erfurt und Sangerhausen werden in den nächsten Tagen und Wochen 100000 Brötchentüten auf das Radsportereignis aufmerksam machen. Die bekannten Zwischenstationen Büchel und Kannawurf sowie das Ziel in Frömmstedt mit dem Radlerfest werden beibehalten.

Bergmann sieht die Tour auch als Beitrag zur Regionalentwicklung: „Ich glaube schon, dass wir zum Beispiel den Bau der Brücken in Leubingen, Etzleben und Büchel beschleunigt haben. Die in Etzleben haben wir auch eingeweiht.“

Warum also nicht diesmal radelnd den Autobahn-Lückenschluss vollziehen?

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