Umbau der Gothaer Hauptpost soll Ende Oktober fertig sein

Gotha  Filiale im Erdgeschoss bleibt. Rundherum entstehen Wohngemeinschaften,Tagespflege und barrierefreie Wohnungen

Oberbürgermeister Knut Kreuch (zweiter von rechts) informierte sich am Mittwoch bei Bauherren und Architekten in der Wohnanlage über den Baufortschritt.

Oberbürgermeister Knut Kreuch (zweiter von rechts) informierte sich am Mittwoch bei Bauherren und Architekten in der Wohnanlage über den Baufortschritt.

Foto: Peter Riecke

Im Innenhof und im Hinterhof steht Baumaterial bereit. Die Treppen im Neubau sind bereits fertig, nur die Geländer sind noch ein Provisorium. Die neuen Fenster sind schon eingebaut. Viele Kabel und Kabelkanäle schlängeln sich auf den Fußböden entlang. In vielen Räumen sind die Trockenbauer, Heizungs- und Elektroinstallateure beim Innenausbau. So der Stand des Bauens am Mittwoch, als sich Gothas Oberbürgermeister Knut Kreuch (SPD) mit Vertretern des Bauherren und des künftigen Betreibers am Ekhofplatz 1 zur Besichtigung trifft.

Der Umbau und die Sanierung 1889 als „Kaiserliches Postamt“ erbauten Gebäudes aus rotem Backstein gehen sichtbar voran. Auch ein dazu gehörender Neubau ist weit gediehen. Dort entstehen in Regie der „Lano Projekt GmbH“ aus Mühlhausen über 50 barrierefreie Wohnungen, zwei Pflegewohngemeinschaften für je zwölf Bewohner mit Demenz sowie eine Wohngemeinschaft für elf beatmungspflichtige Intensivpatienten und eine Tagespflege mit 36 Plätzen für Bewohner des Hauses und externe Gäste. Ende Oktober soll der Bau auch Innen fertig sein. Im November sollen die ersten Bewohner einziehen. An Mietinteressenten bestehe kein Mangel, war von Alina Broddack zu erfahren, es gäbe sogar eine Warteliste. Broddack ist Marketing-Managerin bei Advita.

Eigentümer ist die „Senioren-Wohnen Holding GmbH“ aus Berlin, die das Postgebäude wie fünf weitere in der Bundesrepublik 2014 von einem Luxemburger Fonds erworben hat, berichtet deren Geschäftsführer Matthias Faensen. Er ist zugleich Aufsichtsrat der „Advita Pflegedienst GmbH“, dem künftigen Betreiber des Seniorenwohnens am Ekhofplatz.

Der Dienstleister wurde 2017 auf der Altenheim-Expo, dem größten Fachkongress für Altenheime, als Betreiber des Jahres ausgezeichnet. Das Konzept, barrierefreie Wohnungen, Wohngemeinschaften und Tagespflege zu verbinden, betreibt Advita bereits seit 2008, war von Feansen weiter zu erfahren. Der promovierte Diplompsychologe steht während seiner Ausführungen neben einem Roll-Up-Aufsteller. Darauf steht das Motto: „Im Alter nehmen die Kräfte ab, aber nicht das Recht auf Selbstbestimmung.“ Das Konzept des Hauses sei darauf ausgerichtet, die Selbstbestimmtheit der Bewohner zu fördern, unabhängig vom Grad der Pflegebedürftigkeit, heißt es in einer Mitteilung von Advita. Faensen betont, wer am Ekhofplatz einziehe und später pflegebedürftig werde, müsse nicht befürchten, noch einmal umzuziehen. Knut Kreuch verweist auf die Nähe zum Kulturhaus, zur Stadtbibliothek, zum Schlosspark und zur Orangerie. Auch die Straßenbahn fährt, wenn die Friedrichstraße fertig gebaut ist, fast vor der Tür ab. Die Postfiliale bleibt im Gebäude.

Aus den oberen Etagen werden die künftigen Bewohner den Kirchturm der Margarethenkriche und einige auch die Spitzen der Türme des Schlosses Friedenstein sehen. Aus dem Neubau überblickt man den Nordostteil der Stadt. Die Fassade des Neubaus verschönert jetzt schon den Anblick aus Richtung Kastanienallee. Faensen bedankt sich auch namentlich bei Bürgermeister Klaus Schmitz-Gielsdorf und seiner Bauverwaltung für die gute Zusammenarbeit.

Investiert werden für das eigentliche Bauen und Einrichten rund 7,5 Millionen Euro, inclusive des Gebäude- und Grundstückerwerbes sind es über 8 Millionen Euro, sagt Lars Böttger, der Geschäftsführer von Lano-Projekt. Zwei Drittel der rund 6000 Quadratmeter sind Altbau, ein Drittel der Neubau. Der gesamte Gebäudekomplex ist an die Fernwärme angeschlossen und nach neuesten Richtlinien zur Energieeinsparung gebaut.

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