20 Jahre Landgericht und Staatsanwaltschaft im Blick

Mühlhausen. Die 20-jährige Geschichte des Landgerichts und der Staatsanwaltschaft Mühlhausen kann seit gestern in einer Ausstellung im Foyer des Sparkassenhauses am Untermarkt eindrucksvoll nachvollzogen werden. Der Gründungsakt für das Landgericht fand am 7. Oktober 1993 in der Marienkirche statt.

Ilka Schadeberg zählte zu den ersten Besuchern, die sich für die am Donnerstag eröffnete Text-Bild-Dokumentation im Sparkassenhaus interessierte. Foto:  Daniel Volkmann

Ilka Schadeberg zählte zu den ersten Besuchern, die sich für die am Donnerstag eröffnete Text-Bild-Dokumentation im Sparkassenhaus interessierte. Foto: Daniel Volkmann

Foto: zgt

Zunächst war das Landgericht am Schillerweg in der ehemaligen Pädagogischen Hochschule Erfurt/Mühlhausen, ehe 2006 das neue Justizzentrum in der Eisenacher Straße bezogen wurde. Breiten Raum nimmt in der Ausstellung der Kampf um die Erhaltung des Landgerichtsstandorts ein. Auslöser dafür war die in der Regierungserklärung des damaligen Ministerpräsidenten vom 9. September 2004 angekündigte Schließung des Landgerichtsstandorts.

Unter dem Motto "Gemeinsam für Mühlhausen - Gemeinsam für unsere Region" wurde ein leidenschaftlicher Protest auf breiter Ebene schließlich zum Erfolg gekrönt.

Auch die Staatsanwaltschaft Mühlhausen musste komplizierte Hürden nehmen, ehe der heutige Standard erreicht worden war. Unter katastrophalen Bedingungen in einem unsanierten DDR-Plattenbau in der Brunnenstraße musste über viele Jahre gearbeitet werden.

Zahlreiche spektakuläre Prozesse am Mühlhäuser Landgericht sorgten im Laufe der 20 Jahre immer wieder bundesweit für Schlagzeilen. So beispielsweise der Prozess zu den Mauerschützen an der innerdeutschen Grenze und der sogenannte Satansprozess. Bei ihm waren drei Jugendliche aus Sondershausen wegen Mordes zu zweimal acht und einmal sechs Jahren verurteilt worden. Der Pilz-Prozess, der wegen angeblich erschlichener Fördermillionen am Landgericht lief, ging über Jahre und nur sehr schleppend voran.

Zu den Kommentaren