30 sozialistische Luxuskarossen fahren durch Rennsteiggemeinden

Fraunwald (Ilmkreis). Treffen von Oldtimern der tschechischen Marke Tatra im Suhler Ringberghotel. Ausfahrt führte Samstag in den Ilmkreis.

Mit einem Tatra Typ 57 war Johann Fanderl mit Hannes am Samstag am Rennsteig unterwegs. Er kam mit seinem 81 Jahre alten Oldtimer, der das Lenkrad auf der rechten Seite hat, aus Beilngries in Franken angereist. Foto: Ralf Ehrlich

Mit einem Tatra Typ 57 war Johann Fanderl mit Hannes am Samstag am Rennsteig unterwegs. Er kam mit seinem 81 Jahre alten Oldtimer, der das Lenkrad auf der rechten Seite hat, aus Beilngries in Franken angereist. Foto: Ralf Ehrlich

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Nicht schlecht gestaunt haben Samstag die Einwohner der Rennsteiggemeinden, als 30 Oldtimer der tschechischen Marke Tatra durch die Ortschaften fuhren. Darunter Fahrzeuge, die vor der Wende als sozialistische Luxuskarosse galten und hohen Parteifunktionären vorbehalten waren.

Durch Frauenwald, Schmiedefeld und Neustadt ging die Ausfahrt eines Tatra-Oldtimer-Treffens, das am Wochenende im Ringberghotel bei Suhl stattfand. Teilweise blieben die Passanten an den Straßen stehen und bestaunten die luxuriösen Oldtimer. Im Waldhotel "Rennsteighöhe" am Bunkermuseum bei Frauenwald kehrten die 75 Teilnehmer zum Mittag ein. Die Pause nutzten Besucher, den beachtlichen Fuhrpark zu bestaunen.

Die Teilnehmer des Treffen kamen aus ganz Deutschland, der Schweiz, Österreich, Dänemark und natürlich der Tschechischen Republik. "Das älteste Fahrzeug ist 86 Jahre alt", sagt Sandra Beez, die das Treffen gemeinsam mit ihren Eltern organisierte. Die Familie aus Crock im Landkreis Hildburghausen brachte selbst zwei Oldtimer mit und blieben die einzigen Teilnehmer aus Thüringen.

Gerade die älteren Semester haben die Anfahrt nach Suhl meistens nicht allein angetreten, sondern sind auf Anhängern angereist, erzählt Gernot Beez. "Aber die paar Kilometer auf unseren Ausfahrten schaffen die Oldtimer dann natürlich noch". Dabei fahren sie nicht in Kolonne, sondern starten zeitversetzt.

Unterwegs gibt es kleine Aufgaben zu lösen. Das können Bilderrätsel oder Abstandsfahrten sein. Ein Abstecher ging am Samstag zur Biathlonstrecke nach Oberhof, wo die Teilnehmer Zielsicherheit beweisen mussten.

Das Tatra-Treffen war bereits das zweite, das Familie Beez organisierte. Vor neun Jahren hatten sie zum letzten Mal nach Thüringen eingeladen. "Mich begeistert an den Tatra-Oldtimern, dass man noch richtig fahren kann. Es gibt keine Servolenkung und keinen Bremskraftverstärker", so Sandra Beez.

Der als sozialistische Oberklasse-Limousine bekannte Tatra 603 wurde von 1956 bis 1975 in Bratislava produziert. Er fällt wegen seiner Größe und Form auf. Das Auto wird von einem luftgekühlten Acht-Zylinder-Motor angetrieben, der im Fahrzeugheck untergebracht ist. Mit 105 Pferdestärken bringt er es auf 170 Kilometer in der Stunde.

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