400 Ober- und Untereichsfelder trafen sich am Sonntag in Ecklingerode

Ecklingerode (Eichsfeld). 400 Ober- und Untereichsfelder erinnerten am Sonntag in Ecklingerode an die Öffnung der Grenze vor 25 Jahren. So zogen mehr als 250 Menschen aus Ecklingerode und den umliegenden Gemeinden am Nachmittag vom Dorfplatz in Richtung Duderstadt.

Da wurden Erinnerungen wach, als die Ecklingeröder am Sonntagnachmittag noch einmal in Richtung Duderstadt liefen. Foto: Gregor Mühlhaus

Da wurden Erinnerungen wach, als die Ecklingeröder am Sonntagnachmittag noch einmal in Richtung Duderstadt liefen. Foto: Gregor Mühlhaus

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An der ehemaligen Grenze unweit des Dorfes hatten sich zudem mehr als 100 Untereichsfelder eingefunden, um gemeinsam mit ihren Nachbarn auf die Geschehnisse im Spätherbst 1989 zurückzublicken. "Ich begrüße Sie hier an dem geschichtsträchtigen Ort, wo vor gut 25 Jahren dank des Engagements der katholischen Kirche und zahlreicher Bürger die Grenztore geöffnet wurden und so die Verbindungsstraße zwischen Ecklingerode und Duderstadt wieder passiert werden konnte", wandte sich der Bürgermeister von Ecklingerode, René Sieber, an die Gäste. Die zogen anschließend zur Pfarrkirche "St. Valentin", in der während einer Gedenk- und Erinnerungsandacht die Ereignisse des 18. November 1989 noch einmal in Erinnerung gerufen wurden.

Im Beisein von Pfarrer i.R. Alois Burkhardt, Propst Bernd Galluschke aus Duderstadt und Altpropst Wolfgang Damm erinnerte der Ecklingeröder Pfarrer Bernhard Streicher an den bitterkalten Morgen des 18. November 1989, an dem um 6 Uhr früh der zweite Grenzübergang im Eichsfeld eröffnet wurde. Damals machten sich Hunderte Obereichsfelder auf den Weg in die niedersächsische Stadt, um dort in der Cyriakuskirche gemeinsam mit zahlreichen Duderstädtern einen Dankgottesdienst zu feiern.

Theo Redemann aus Ecklingerode, im Herbst 1989 aktiver Teilnehmer des "Friedensgebetes", erinnerte am Sonntag während seiner Ausführungen ebenfalls an die turbulenten Ereignisse von damals und verlas noch einmal einen Offenen Brief der Gemeinde Ecklingerode, der am 5. November 1989 verfasst wurde. In dem Brief, der der damaligen Bürgermeisterin des Ortes übergeben wurde, forderten die Mitglieder des Friedensgebets unter anderem die Aufhebung des ehemaligen Sperrgebietes, in dem Ecklingerode lag.

"Staatliche Stellen haben nie auf unseren Brief reagiert. Vielleicht haben die geschichtlichen Ereignisse sie überrollt. Vier Tage nach der Veröffentlichung unserer Resolution hat die Geschichte alles selbst erledigt", fand Redemann klare Worte. Pfarrer Bernhard Streicher sprach indes von großer Dankbarkeit ob der Wiedervereinigung und unterstrich dabei die Verdienste des ehemaligen sowjetischen Staatschefs Michail Gorbatschow.

"Als Christen bekennen wir, dass Mauerfall und Wiedervereinigung auch Wunder Gottes waren", so der Geistliche weiter. Anschließend schilderte Altpropst Wolfgang Damm aus Duderstadt, wie er die Zeit des politischen Umbruchs vom Westen aus erlebte. Nach der Gedenkandacht waren alle Gäste ins neue Dorfgemeinschaftshaus zum Feiern eingeladen. Auf Foto- und Diadokumentationen konnten die Tage vor 25 Jahren noch einmal nachempfunden werden.

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