60 Mitarbeiter des Manniske-Krankenhauses in Bad Frankenhausen verlieren ihren Job

Kyffhäuserkreis  Der Stellenabbau nach dem Sanierungsplan vom Januar ist durch den neuen Eigentümer nicht aufzuhalten. Die KMG-Klinikgesellschaft will 100 Stellen im Manniske-Krankenhaus in Bad Frankenhausen erhalten.

Stefan Eschmann ist der Vorstandsvorsitzende der KMG-Klinikgesellschaft, die das Krankenhaus in Bad Frankenhausen übernommen hat. Er will die Klinik als vollwertiges Krankenhaus mit Notfallaufnahme und stationärer Betreuung erhalten.

Stefan Eschmann ist der Vorstandsvorsitzende der KMG-Klinikgesellschaft, die das Krankenhaus in Bad Frankenhausen übernommen hat. Er will die Klinik als vollwertiges Krankenhaus mit Notfallaufnahme und stationärer Betreuung erhalten.

Foto: Timo Götz

Tränen der Verzweiflung standen vielen der mehr als 200 Beschäftigten vom Manniske-Krankenhaus gestern bei der Mitarbeiterversammlung in den Augen. Mindestens 60 Mitarbeiter verlieren ihre Jobs, war von der Betriebsratschefin Kerstin Göhring zu erfahren. „Fast alle Betroffenen wissen bereits, dass sie in den kommenden Tagen die Kündigung bekommen werden.“ Trösten konnte sie auch Stefan Eschmann nicht mehr, obwohl der Vorstandsvorsitzende der KMG Klinikgesellschaft, dem neuen Betreiber für die Krankenhäuser im Kyffhäuserkreis, gestern verkündete, die Klinik in Bad Frankenhausen habe eine Zukunft.

Dafür, dass die Stellen im Manniske-Krankenhaus gestrichen werden, könne sein Unternehmen nichts, versicherte Eschmann gestern auf Nachfrage der Thüringer Allgemeinen. „Nachdem wir am Montagabend den Zuschlag für die Kliniken erhalten haben, erfuhren wir im gleichen Atemzug, dass bis Donnerstagabend ein Sozialplan für die bereits geplanten Entlassungen vorgelegt werden müsse.“ Tatsächlich habe das Sachwalterkonsortium, das die Insolvenz der Krankenhausgesellschaft vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) begleitet, den Stellenabbau im Bad Frankenhäuser Klinikum bereits vor der Übernahme durch KMG in die Wege geleitet, bestätigte Franziska Seusing als Sprecherin der Insolvenzverwalter gestern.

Grundlage dafür sei das vom Beratungsunternehmen WMC entwickelte Sanierungskonzept für das in die finanzielle Schieflage geratene Manniske-Krankenhaus. Dem hatte der Gläubigerausschuss im Insolvenzverfahren für die DRK-Krankenhausgesellschaft bereits Ende Januar zugestimmt.

„Unter wirtschaftlichen Aspekten sieht das Konzept für bis zu 64 Mitarbeiter keine Verwendung im Unternehmen mehr“, erklärte Seusing. Den Betroffenen werde der Übergang in eine Transfergesellschaft angeboten. Erst wenn sie die Option ablehnen, würden sie ordentlich gekündigt. Für Kerstin Göhring ist die Variante mit der Transfergesellschaft auch nichts anderes als ein Rausschmiss auf Raten. „Den Betroffenen zu helfen, damit fertig zu werden und eine neue Perspektive zu finden, wird uns in der nächsten Zeit sehr viel Kraft kosten.“

Seit der Übernahme durch KMG sei das Sanierungskonzept gestoppt, versicherte Vorstandsvorsitzender Eschmann gestern den Mitarbeitern im Manniske-Krankenhaus. „Der Plan, den Standort auf ein Ambulanzzentrum ohne Stationen und mit maximal 50 Mitarbeitern herunter zu schrumpfen, stünde unseren eigenen Zielen, in Bad Frankenhausen eine vollwertige Akut-Klinik zu erhalten, im Weg.“ Künftig soll es im Manniske-Krankenhaus weiterhin 51 Betten für stationäre Behandlungen geben. Mindestens 100 Beschäftigte sollen hier auch in Zukunft arbeiten.

Der KMG-Chef sieht in der Bad Frankenhäuser Klinik eine gute Substanz, um hier medizinische Versorgung auf hohem Niveau und auch wirtschaftlich sinnvoll anzubieten. Dass ein so kleines Haus eine eigene Radiologieabteilung besitze, sei selten, für den Standort aber wertvoll. „Ich merke außerdem schon bei meinen ersten Besuchen immer wieder, dass hier motivierte Mitarbeiter am Werk sind.“

„Außerdem ist die Klinik, das gilt auch für die Häuser in Sondershausen und Sömmerda, von den Menschen in der Region als medizinisches Zentrum sehr stark akzeptiert“, lobt der Vorstandsvorsitzende die neuen Standorte seines Klinikverbundes. Hier werde KMG in allernächster Zukunft auch investieren. Das hatte Eschmann am Donnerstag bereits den Mitarbeitern der Sömmerdaer Klinik verkündet und wiederholte es gestern vor der versammelten Belegschaft im Sondershäuser Krankenhaus.

Spätestens im Sommer habe sein Unternehmen in den Thüringer Kliniken freie Hand, erklärte der Chef der neuen Eigentümergesellschaft. Diese könne jetzt schon in Abstimmung mit den Sachwaltern zukunftsweisende Maßnahmen anstoßen.

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