600.000 Euro investiert: Richtfest an Wasserburg in Niederroßla

Niederroßla (Weimarer Land). An der vor sechseinhalb Jahren teileingestürzten Wasserburg Niederroßla wurde am Freitag in aller Stille Richtfest gefeiert. Thomas Lustig von der Zwickauer Firma Pampel Dachbau hielt den Richtspruch, lobte dabei alle Beteiligten und erinnerte vor allem an die jüngere Geschichte der Burg.

Thomas Lustig von der Firma Pampel aus Zwickau hielt gestern den Richtspruch.Foto: Sascha Margon

Thomas Lustig von der Firma Pampel aus Zwickau hielt gestern den Richtspruch.Foto: Sascha Margon

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Das Richtfest in Niederroßla war schon deshalb ein außergewöhnliches, weil nicht ein Bau eingeweiht wurde, sondern "nur" ein Dachstuhl - und das auch nur auf einem Teil des Gebäudeensembles. Das Aufsetzen des Daches nämlich ist die zentrale Aufgabe des derzeit laufenden 3. Bauabschnitts zur Sanierung der Burg. Das Auftragsvolumen in diesem Bauabschnitt summiert sich auf 166.000 Euro, von denen 110.000 aus Fördermitteln über das Landesprogramm der Städtebauförderung fließen, freute sich Ronny Funk, der Bauamtsleiter der Landgemeinde Ilmtal-Weinstraße, die seit ihrer Gründung im Januar Eigentümerin der Burg ist. Immerhin 56.000 Euro steuerte die Gemeinde für diesen Bauabschnitt bei. Die Sanierung der Burg kostete bislang mehr als 600.000 Euro.

Der zweite Bauabschnitt widmete sich den "Innereien" im Nordostflügel. Ein Bauabschnitt, der vor allen Dingen für die zukünftige Nutzung interessant werden dürfte. Dabei wurde quasi ein neuer Raum geschaffen und eine Treppe "hineingezaubert". Durch das Einziehen einer Decke entsteht ein Emporencharakter vor der Bohlenstube, die sich als Kernstück des Denkmalschutzes im Innern zeigt. Glücklicherweise blieben die Deckenbalken erhalten, die Eingangstür wurde wieder mit dem Original-Gebälk aufgestellt. Das alles ist natürlich erst im Rohbau fertig. Künftig dürfen sich die Niederroßlaer auf ein variables Raumkonzept freuen. Die Probleme des Carnevals­clubs indes werden damit freilich nicht gelöst, dafür sind die Räume in sich zu klein.

Der gegenwärtige dritte Bauabschnitt löst das Dachprovisorium auf dem Nordostflügel mit einem neuen Dach ab. Nach der Auftragsvergabe im August konnte im September mit den Arbeiten begonnen werden. Bis zum Jahresende sollten sie abgeschlossen sein, sagte Funk. Erst dann könne man sich über den weiteren Ausbau der Burg verständigen. "Wir haben beim 2. und 3. Bauabschnitt großes Glück mit den Firmen gehabt", sagt der Bauamtsleiter. Alle Unternehmen seien mit Erfahrungen aus dem Denkmalschutz gekommen, das sei ein großes Plus gewesen. Als Beispiel nannte er das Büro Müller und Lehmann aus Bad Berka. Die dortigen Mitarbeiter betreuen seit langem beispielsweise auch die Wasserburg in Heldrungen.

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