Ab heute Infekt-Sprechstunde im Bürgerzentrum Sömmerda

Sömmerda.  Separate Anlaufstelle für Patienten mit Infektionsverdacht nimmt den Betrieb auf. Eine Terminvereinbarung über den Hausarzt ist notwendig.

Axel Pleßmann, Chefarzt Zentrale Notaufnahme, erklärt den Medizinerinnen Heike Sandhöfer, Anne Sandhöfer-Koning und Carola Korzetz (von links) die Technik im neu eingerichteten Behandlungszimmer.

Axel Pleßmann, Chefarzt Zentrale Notaufnahme, erklärt den Medizinerinnen Heike Sandhöfer, Anne Sandhöfer-Koning und Carola Korzetz (von links) die Technik im neu eingerichteten Behandlungszimmer.

Foto: Jens König

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Am 1. April, 7 Uhr, geht im Bürgerzentrum „Bertha von Suttner“ in der Straße der Einheit 27 in Sömmerda ein Infektionsstützpunkt in Betrieb. Dort, wo Jugendliche in Nicht-Corona-Zeiten im Treff B 27 ihre Freizeit verbringen, hat die Kassenärztliche Vereinigung in Abstimmung mit dem Landkreis Sömmerda und dem KMG-Klinikum Sömmerda eine zentrale Infekt-Sprechstunde eingerichtet. Niedergelassene Ärzte können für Patienten mit akuten Erkältungssymptomen oder bei Verdacht auf eine Covid-19-Erkrankung ab sofort hier einen Termin vereinbaren. „Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog.“

Das Ziel besteht darin, eine komplett separate Infrastruktur für Infektionsfälle aufzubauen, um das Risiko für Patienten zu minimieren, die anderweitig erkrankt sind. Es soll sichergestellt werden, dass die Regelversorgung weiterhin in der gewohnten Qualität geleistet werden kann und den Ärzten dafür etwas der Rücken freigehalten wird.

Der Infektionsstützpunkt ist zunächst montags bis freitags jeweils von 7 bis 9 Uhr geöffnet, informiert das Landratsamt. Bei Bedarf werden diese Sprechzeiten angepasst. Eine Terminvereinbarung über den Hausarzt ist erforderlich unter der Rufnummer 03634 / 38400 oder über die Hotline des Landratsamtes 03634 / 354-444 (erreichbar Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr).

Fünf Ärzte teilen sich die Dienste

Arbeiten werden in der Infekt-Sprechstunde Ärzte sowohl aus dem KMG-Klinikum als auch niedergelassene Kollegen. Zunächst fünf Ärzte teilen sich in die Dienste und bringen dafür jeweils eine Krankenschwester aus dem eigenen Team mit. Am Nachmittag des 31. März nahmen die Beteiligten die Räumlichkeiten in Augenschein und besprachen die Abläufe. Die organisatorischen Fäden laufen bei Axel Pleßmann, Chefarzt der Zentralen Notaufnahme am KMG-Klinikum Sömmerda, zusammen.

Vergeben werden die Termine für Patienten im Zehn-Minuten-Takt, und zwar möglichst für den jeweils nächsten Tag. Im großen Wartebereich stehen elf Stühle in beträchtlichem Abstand. Auf ihnen sitzen sollen dennoch möglichst nur ganz wenige Menschen. Wer einen Termin hat, sollte auch erst zu dieser Zeit zum Infektionsstützpunkt kommen. Der Patient durchläuft die Räume im Einbahnstraßensystem, mit separatem Ein- und Ausgang.

Behandlungsmodus wie in normaler Praxis

Im Behandlungszimmer wird es zugehen wie in einer normalen Arztpraxis. Allerdings tragen Ärzte und Krankenschwestern Schutzausrüstung. Neben der Untersuchung der Patienten werden im Bedarfsfall auch Rezepte und/oder Krankschreibungen ausgestellt. Ein kleines Labor ist eingerichtet für Abstriche und Blutentnahmen, über deren Notwendigkeit der Arzt nach den Kriterien des Robert-Koch-Instituts entscheidet. Die Proben werden in einem Kühlschrank gelagert und täglich nach Erfurt ins Labor geschickt.

Handzettel liegen bereit, um den Patienten zum Beispiel Informationen für das Verhalten in Quarantäne zu geben. Über sein Testergebnis wird der Patient je nach Wunsch telefonisch, per E-Mail oder aber auch direkt im Infektionsstützpunkt in Kenntnis gesetzt.

Wie groß der Bedarf an der Infekt-Sprechstunde tatsächlich ist, muss sich zeigen. Auch wenn es im Landkreis zuletzt nur einen geringen Anstieg an bestätigten Corona-Infektionen gab (mit Stand gestern waren es insgesamt 23), so ist die Entwicklung doch nicht absehbar und man will auf alle Fälle vorbereitet sein. Patienten, denen es sehr schlecht geht, werden mit dem Rettungswagen sofort vom Bürgerzentrum ins Krankenhaus gebracht.

MVZ hat sein Behandlungsangebot erweitert

„Wir hoffen, damit einen Beitrag zur Entlastung des Praxisalltags der Hausärzte im Landkreis leisten zu können,“ erklärt Landrat Harald Henning (CDU) zur Einrichtung des Infektionsstützpunkts und dankt den Medizinern für ihr Engagement. „Darüber hinaus würden wir uns über ärztliche Unterstützung oder Unterstützung durch medizinisches Fachpersonal im Infektionsstützpunkt sehr freuen,“ so Henning. Wer Interesse daran habe, könne sich an der Hotline melden.

Im Übrigen habe auch das Medizinische Versorgungszentrum Kielstein sein Angebot erweitert und stelle jetzt in der Sömmerdaer Praxis in der Erfurter Straße 45 neben den Abstrichen eine ärztliche Behandlung von Infektionspatienten sicher. Henning hat einen weiteren wichtigen Hinweis: Sollten Ärzte oder Angehörige für einen positiv getesteten Patienten oder dringenden Verdachtsfall einen Krankenwagen benötigen, sollte er dies bei der Leitstelle anmelden. Der Landkreis halte ab sofort für die notwendigen Transporte ein spezielles Fahrzeug vor.

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